• vom 11.12.2017, 16:32 Uhr

Stadtleben

Update: 11.12.2017, 16:41 Uhr

Architektur ohne Grenzen

Integration beginnt beim Wohnen




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Von Valentine Auer

  • "Architektur ohne Grenzen" sieht Handlungsbedarf und fordert ein Neu-Denken, wenn es um die Wohnraum-Schaffung für Geflüchtete geht.

Zimmer im "Hawi", die von den Studierenden der TU Wien umgesetzt wurden.

Zimmer im "Hawi", die von den Studierenden der TU Wien umgesetzt wurden.© Petra Panna Nagy Zimmer im "Hawi", die von den Studierenden der TU Wien umgesetzt wurden.© Petra Panna Nagy

Wien. Das Wohnhausprojekt "Hawi" oder die Unterkunft für anerkannte Flüchtlinge "VinziRast-Home" sind Beispiele, in denen Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung gestellt wurde, der auch nachhaltig für eine soziale Inklusion in die Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben steht. Immer mehr Projekte versuchen die Schnittstelle Flucht und Architektur aufzugreifen. Doch nach wie vor ist es ein Thema, das nach Handlungsbedarf, veränderten Rahmenbedingungen und einem Neu-Denken verlangt. Zumindest, wenn es nach der NGO "Architektur ohne Grenzen" geht.

Architekten sollen Beitrag
zur Inklusion leisten

Seit drei Jahren beschäftigt sich "Architektur ohne Grenzen" in ihren Jahresveranstaltungen mit den Themen Migration, Flucht und Wohnen. Wurde in den ersten beiden Jahren auf die Frage fokussiert, wie die Erstaufnahme geflüchteter Menschen funktionieren kann, geht es heuer darum Wohnraum zu schaffen, der auch nachhaltig eine Integration Geflüchteter ermöglicht. "Die nachhaltige Inklusion nicht nur ‚Geflüchteter‘ vom Rand in die Mitte der Gesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder kann etwas dazu beitragen", erklärt Vorstandsmitglied des Vereins "Architektur ohne Grenzen", Ulrike Herrmann gegenüber der "Wiener Zeitung" und fordert Architekturschaffende auf, im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Inklusion zu leisten.


Einer, der das in Projekten bereits verwirklicht hat, ist Alexander Hagner. Der Architekt ist Stiftungsprofessor für "Soziales Bauen" an der FH Kärnten und Teil der länderübergreifenden Initiative "Home not Shelter". Auch er ist sich sicher, dass die Architektur positiv zum Integrationsprozess beitragen kann, wie er der "Wiener Zeitung" erzählt: "Die Architektur spielt eine große Rolle in der Integration, da räumliche Rahmenbedingungen ausschlaggebend für das direkte Leben von Menschen sind. Es gibt diesen Satz: ‚Wenn man sich nicht räumlich zurückziehen kann, dann zieht man sich selber zurück.‘" Das zu vermeiden versuchte er in seiner Arbeit: Im Rahmen von "Home not Shelter" realisierte Hagner gemeinsam mit Studierenden der Technischen Universität Wien unter anderem die Projekte "Hawi" sowie das "VinziRast-Home".

Studierende und
Flüchtlinge zusammen

Geht es bei "Hawi" darum, dass Studierende und Flüchtlinge miteinander unter einem Dach leben, wurde bei "VinziRast-Home" versucht, Rückzugsorte auf kleinstem Raum zu ermöglichen. Heute leben bei "VinziRast-Home" acht Flüchtlinge in vier Doppelzimmern mit Gemeinschaftsküche und Wohnraum. Das Wohnprojekt "Hawi" beherbergt insgesamt 150 Studierende und Flüchtlinge.

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Architektur ohne Grenzen

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2017-12-11 16:35:05
Letzte Änderung am 2017-12-11 16:41:20



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