• vom 02.01.2018, 14:05 Uhr

Stadtleben

Update: 02.01.2018, 17:01 Uhr

Antirassismus-Zentrum

Homebase für Antirassismus




  • Artikel
  • Kommentare (7)
  • Lesenswert (17)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Valentine Auer

  • Das "Antirassismus Zentrum Wien" hat eröffnet. Es will eine Schnittstelle für antirassistische Projekte sein.

"Es wird besser, Österreich", sagt Hikmet Kayahan, der für das "Antirassismus Zentrum Wien" verantwortlich ist. - © Benjamin Storck

"Es wird besser, Österreich", sagt Hikmet Kayahan, der für das "Antirassismus Zentrum Wien" verantwortlich ist. © Benjamin Storck

Wien. "Flüchtlinge, die in Wien sind, sind gar keine Flüchtlinge mehr. Das sind ja jetzt Wienlinge." Dieses Zitat der sechsjährigen Sophie hängt als Plakat gestaltet über einem der drei Arbeitsplätze. Es ist nur ein kleiner Raum. Doch es gibt genug Platz zum konzentrierten Arbeiten, Tisch und Sofa für Besprechungen sowie eine kleine Bibliothek, die bis jetzt noch recht leer ist.

Titel wie "Wege zur Integration" oder die Broschüre "Sprache und Macht" finden sich dort, aber auch Thilo Sarazzins "Deutschland schafft sich ab". Man müsse wissen, wogegen man argumentiere, erklärt Hikmet Kayahan. Er ist Koordinator des "Bündnis für Menschenrechte & Zivilcourage" und als dieser auch verantwortlich für das "Antirassismus Zentrum Wien". Ein Raum, der ab Jänner 2018 nicht nur als Infrastruktur für antirassistische Projekte, sondern auch als Support-System agieren will.


Infrastruktur und Support
Kaffeehäuser, Küchentische und Kellerlokale. An diesen Orten finden Besprechungen zu geplanten Projekten und Initiativen viel zu oft statt. Als mühsam bezeichnet Kayahan diesen Zustand und will ihn mit dem "Antirassismus Zentrum Wien" nun ändern. "Unterschiedliche Projekte können hier arbeiten, ihre Materialien haben Platz, sie können Besprechungen abhalten. Diese Infrastruktur wollen wir zur Verfügung stellen. Es soll eine Art Homebase für antirassistische, antifaschistische, aber auch antihomophobe Initiativen sein", erklärt Kayahan die Motivation hinter dem "Antirassismus Zentrum Wien".

Gleichzeitig soll ein Projektmanagement-Support-System aufgebaut werden, denn das fehle für kleine Initiativen bis dato in Wien. Konkret bedeutet das: Menschen mit Projektideen erhalten Unterstützung bei Budget, Konzepterstellung, Förderungen oder bei personellen Ressourcen. In diesem Sinne soll auch ein Netzwerk entstehen. Dafür sind monatliche Vernetzungstreffen geplant - als eine Art Projektbörse.

Antirassismus-Arbeit soll so nicht nur einen Raum finden, sondern die einzelnen Kräfte auch gebündelt werden. Viel zu oft fehle es an der Zusammenarbeit, wertvolle Ressourcen gingen verloren. "Gerade jetzt ist es eine gute und notwendige Zeit, um das zu ändern", ist sich Kayahan mit Blick auf die neue Regierung sicher.

Statistiken bestätigen den Eindruck, dass das gesellschaftliche Klima in Österreich rauer wird: Laut Verfassungsschutz steigt die Anzahl rassistischer und rechtsextremer Taten stark an. Wurden 2014 noch 750 Tathandlungen vom Verfassungsschutz als rechtsextrem, rassistisch, antisemitisch oder islamophob eingestuft, waren es 2015 insgesamt 1156 und im vergangenen Jahr 1313. Auch die Antirassismus-Organisation Zara dokumentiert jährlich mehr rassistische Fälle.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




7 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-02 14:08:05
Letzte Änderung am 2018-01-02 17:01:43


Vor Gericht

Turmbau und Live-Ticker

- © apa/Neubauer Wien. Der Linzer Terminal Tower stand bei der Befragung von Karl-Heinz Grasser am Mittwoch im Mittelpunkt des Buwog-Prozesses... weiter




Vor Gericht

Der Mann, der Elfenbein mit Milch putzt

Die sichergestellten Zähne waren teilweise schmuckvoll verziert. - © apa/BMF/Bernhard Hradil Wien. Herr B. ist eine dieser Angeklagten, die wirklich gerne reden. Wie aus einem Wasserfall strömen die Worte aus ihm heraus... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Besenreiner" Abzug der Leihräder
  2. Hälfte der Abrisshäuser in Wien sind erhaltenswert
  3. Cocktails in der Hand, Füße im Sand
  4. Österreichs Nationalstolz aus erhabener Perspektive
  5. Wien wird Zentrum der Donauraumstrategie
Meistkommentiert
  1. Liste der verbotenen Speisen
  2. Aufregung um Begegnungszone
  3. "Das Stigma ist sehr groß"
  4. Nach dem Leberkäse die Würstel?
  5. Wiener Bäder verzeichnen Besucherschwund

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter





Leinenpflicht

Hunde-Sünder im Visier: Schwerpunktkontrollen starten

Stadträtin Ulli Sima. - © apa/Hochmuth Wien. Wiens Hundehalter werden wieder verstärkt in die Pflicht genommen. Gestern, Donnerstag, startete die Wiener Polizei gemeinsam mit dem... weiter




Haus des Meeres

Klapperschlangen überraschen mit Nachwuchs

20180419Klapperschlange - © Haus des Meeres/Günther Hulla Wien. Das Uracoan-Klapperschlangenpärchen hat im Wiener Haus des Meeres in der Vorwoche mit Nachwuchs überrascht. Nachdem diese aus einem kleinen... weiter






Werbung