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Stadtleben

Update: 10.01.2018, 12:38 Uhr

Studentenverbindungen

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"Die auf dem Ball gehaltenen Reden sind politischen Inhalts"

Dem widerspricht Rechtsextremismus-Experte Weidinger: "Die auf dem Ball gehaltenen Reden sind politischen Inhalts, viele Besucherinnen und Besucher verstehen ihre Teilnahme als politisches Statement, und auch das Festhalten am Austragungsort Hofburg hat symbolpolitische Gründe." Zudem gehöre die Hälfte der WKR-Verbindungen der Burschenschaftlichen Gemeinschaft an, die für ein geschlossen rechtsextremes Weltbild "einschließlich rassenkundlicher Erörterungen" stehe, so Weidinger. "Bis heute zeichnen Burschenschaften sich durch völkischen Nationalismus und eine Geschichtsauffassung aus, die sie immer wieder am Neonazismus anstreifen lässt."

Für Kritik sorgt auch, dass der Akademikerball ausgerechnet in zeitlicher Nähe zum Internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Jänner) stattfindet. Guggenbichler dazu: "Der Ball findet schon immer am letzten Freitag im Jänner statt - und das ist nun einmal etwa alle sechs Jahre der 27. Jänner. Und den Gedenktag gibt es erst seit 2005." Deutschland hat übrigens 1996 einen nationalen Gedenktag am 27. Jänner eingeführt, Österreich gedenkt seit 1998 jedes Jahr am 5. Mai der NS-Opfer.

"Als Ball und Gedenktag zum ersten Mal am selben Tag waren, hat sich übrigens niemand daran gestört", meint der Veranstalter. "Sechs Jahre später sind wir dann dafür massiv kritisiert worden. Das war damals vielleicht für manche auch ein guter Vorwand, um die einschlafenden Demos wieder neu anzufachen." Die Terminkollision sei ihm zunächst auch gar nicht bewusst gewesen, gibt Guggenbichler freimütig zu.

ÖCV: Wenn, dann nur ohne Farben zum Akademikerball

Zur Rudolfina-Redoute, die ebenfalls in der Hofburg stattfindet, werden 500 bis 700 Farbentragende erwartet, die freien Eintritt haben. Dies gilt aber dezidiert nur für christliche Couleurstudenten, betont Oliver Hödl, der Obmann des Ballvorstands. "Es hat aber jeder das Recht, sich eine Karte zu kaufen. Wir können schwer nachprüfen, ob unter unseren Ballbesuchern Schlagende sind."

Der ÖPR-Vorsitzende meint dazu: "Wir haben mit dem ÖCV überhaupt kein Problem, Berührungsängste gibt es von unserer Seite her nicht. Wir haben auch immer wieder Ballgäste aus dem ÖCV und dem MKV." Seitens des ÖCV gibt der Vorortspräsident die Devise aus: "Wir können niemandem verbieten, irgendwo hinzugehen. Jeder darf privat tun, was er möchte, und auch Veranstaltungen von Schlagenden besuchen - aber ohne Couleur." So würden es auch die meisten Schlagenden halten, die hin und wieder beim ÖCV zu Gast seien. "Sofern man unseren Verhaltenskodex beachtet, sehe ich da kein Problem."




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-09 15:29:13
Letzte Änderung am 2018-01-10 12:38:13


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