Eine Ukulele kann man bei Gregor Nowak ab etwa 1000 Euro erwerben. - © D. Shukoor
Eine Ukulele kann man bei Gregor Nowak ab etwa 1000 Euro erwerben. - © D. Shukoor

Wien. Wenn man durch die Stuwerstraße geht, kann es passieren, dass man Gregor Nowak in seiner Werkstatt im Erdgeschoß durch das Fenster bei der Arbeit zusehen kann. Vielleicht biegt er gerade den Zargenkranz, also die Seitenwände für ein neues Instrument zurecht. Oder er ist damit beschäftigt, in eine bereits fertige Decke eine schöne Rosette einzulegen. Möglicherweise macht er aber auch gerade eine kleine Pause und übt ein wenig auf seiner Lieblingssopranukulele. Denn um ein Instrument selbst meisterhaft zu bauen, gehört schließlich auch, es spielen zu können.

Gregor Nowak ist Ukulelenbauer aus Leidenschaft. Denn reich wird man damit nicht, wie er selbst sagt. "Früher war ich Croupier im Casino, und was soll ich sagen, da hat es mir an Geld nicht gefehlt." Irgendetwas anderes fehlte ihm aber doch, weshalb er seinen lukrativen Beruf aufgab, um sich an der Fachhochschule Kunsthandwerk, Ausbildungszweig Streich- und Saiteninstrumente in Hallstatt einzuschreiben. Eine vierjährige Ausbildung, die der damals Mitte 30-Jährige in einer Klasse voller Anfang 20-Jähriger absolvierte.

Marktlücke entdeckt


Am Beginn seiner Ausbildung orientierte er sich eher am Kontrabass, doch in gewisser Hinsicht war ihm dieser immer schon zu sperrig und zu unhandlich. "Einen Kontrabass kann man nicht einfach spielen, während man zuhause gemütlich auf der Couch sitzt. Eine Ukulele schon." Der Instrumentenbauer recherchierte und stellte fest, dass es in Österreich keinen einzigen Ukulelenbauer gab. Eine - wenn auch kleine - Marktlücke war gefunden.

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung kehrte Gregor Nowak in seine Heimatstadt Wien zurück und eröffnete 2012 seine Werkstatt, die er sich heute mit zwei Geigenbauern teilt. Somit musste auch eine neue Gewerbeberechtigung für ihn erfunden werden: "Zupfinstrumente der World Music".

Neun Instrumente hat Gregor Nowak im letzten Jahr verkauft, nicht nur in Österreich, sondern auch international. Um sich ein bisschen etwas dazuzuverdienen, repariert er zum Beispiel auch manchmal andere, ähnliche Instrumente wie die Wiener Kontragitarre, die gerade in seiner Werkstatt hängt.

"Sagen wir es einmal so: Die Nachfrage ist im Moment noch überschaubar. Meine Kunden sind meist bereits etwas älter, ihre Kinder sind schon draußen und jetzt haben sie Zeit für ein neues Hobby. Allerdings wäre die Ukulele wegen ihrer leichten Erlernbarkeit und ihre Größe auch für die musikalische Früherziehung sehr gut geeignet."

Ab etwa 1000 Euro kann man eine Ukulele bei "Grenosi", kurz für "Gregor Nowak Stringed Instruments" erwerben. Ein stolzer Preis im Vergleich zu Ukulelen aus asiatischen Billiglohnländern, die man im Internet ab etwa 50 Euro kaufen kann. Für ein handgefertigtes Modell fallen allerdings ziemlich schnell ziemlich viele Arbeitsstunden an. 40 bis 100 Stunden sitzt Gregor Nowak an einem Instrument, je nachdem, was der Kunde für Wünsche hat. Im Moment liegt eine etwas größere Tenorukulele auf seinem Arbeitstisch, oder besser gesagt ihr Gerüst, dem noch Decke und Boden fehlen.