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Update: 13.02.2018, 10:45 Uhr

Ottakring

Spekulationen um "a guade Adress’"




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Von Daniel Bischof

  • Für 1,7 Millionen Euro wird Heuriger im Schutzgebiet am Gallitzinberg angeboten. Könnte eine Umwidmung in Bauland erfolgen?



Der Grund des "Heurigen Binder" am Gallitzinberg wird verkauft.

Der Grund des "Heurigen Binder" am Gallitzinberg wird verkauft.© Shukoor Der Grund des "Heurigen Binder" am Gallitzinberg wird verkauft.© Shukoor

Wien. Bodenständige Küche und ein herrlicher Blick über Wien: Sie zeichneten den Heurigen "Zum Binder" am Gallitzinberg in Ottakring aus. "A guade Adress’" sei das Lokal gewesen, meint ein Mann, der es immer wieder besucht hat. Doch mit Wein trinken und in die Ferne blicken ist es nun vorerst vorbei. Die Pforten des Heurigen sind geschlossen. Die Inhaberin - sie tritt ihren Ruhestand an - verkauft das Grundstück. Für 1,7 Millionen Euro ist der 6200 m² große Grund derzeit zu haben.

In den sozialen Medien wird der angepeilte Verkauf emotional diskutiert - insbesondere seit dem überraschend schnellen Abriss des "Ottakringer Landhauses" in der Albrechtskreithgasse vergangene Woche. Anrainer waren über die Abwrackung des traditionellen Gasthauses empört. Auf dem Grund sollen 20 neue Wohnungen entstehen.


"Das wird sicher zugebaut"
Facebook-Benutzer befürchten, dass mit dem Heurigen in der Johann-Staud-Straße ähnlich verfahren wird. "Der Heurige ist ohne Baugrund in hundert Jahren keine 1,7 Millionen wert. Aus dem Häusel selbst kann man vielleicht eine Wohnung machen und das Inserat dann in Moskau schalten", schreibt ein Benutzer. "Das wird sicher zugebaut", behauptet ein anderer. Eine Umwidmung werde sicher kein Problem sein.

Zuletzt hatte der Abriss des "Ottakringer Landhauses" Anrainer empört.

Zuletzt hatte der Abriss des "Ottakringer Landhauses" Anrainer empört.© Shukoor Zuletzt hatte der Abriss des "Ottakringer Landhauses" Anrainer empört.© Shukoor

"Schade" wäre es, wenn der Grund verbaut würde, sagen Bewohner der Gegend in persönlichen Gesprächen. "Das Lokal und der Grund passen einfach zur Umgebung hier", sagt ein Mann. Die Gegend hier ziehe immer mehr Aufmerksamkeit auf sich, wendet seine Begleiterin ein. "Wir haben einfach zu viel Grünland", meint sie ironisch.

"Verdacht nicht unbegründet"
Wie sieht nun die Sachlage aus? Fest steht: Das Heurigengrundstück ist laut Flächenwidmungsplan im Schutzgebiet als Wald- und Wiesengürtel (SwwL) gewidmet. Es ist ausschließlich der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten. Nur landwirtschaftliche Nutzbauten, die keine Wohnräume enthalten, dürfen darauf erbaut werden. Auf den Bauflächen stehen die Heurigengebäude. Sie dürfen laut Flächenwidmungsplan höchstens 4,5 Meter hoch sein. Die Gebäude-Nutzfläche wird in der Verkaufsanzeige mit rund 210 m² ausgewiesen. Auch eine Terrasse ist dabei. Der Rest der Fläche besteht aus Wiesen, Weingärten, einem Abhang und kleinen Waldstücken.


© Shukoor © Shukoor

Könnte der Grund an einen Investor verkauft werden und die SwwL-Widmung in Bauland umgewidmet werden? "Der Verdacht ist sicher nicht unbegründet, dass das jemand probiert", sagt Christof Schremmer vom Österreichischen Institut für Raumplanung. Er relativiert allerdings: "Es ist sehr schwierig, die SwwL-Fläche zu ändern. Ein äußerst aufwendiges Verfahren wäre dafür notwendig." Er verweist auf die hohe Schutzkategorie der SwwL-Widmung.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-09 17:59:26
Letzte Änderung am 2018-02-13 10:45:34


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