• vom 25.02.2018, 12:05 Uhr

Stadtleben

Update: 27.02.2018, 12:47 Uhr

Zirkus

"Die Tiere sind Teil der Familie"




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Von Mathias Ziegler

  • Der Circus Frankello blickt auf fast 250 Jahre Tradition zurück. Statt Exoten toben heute Haustiere durch die Manege.

Was wäre ein Zirkus ohne Pferde? - © Circus Frankello

Was wäre ein Zirkus ohne Pferde? © Circus Frankello



Wien. Draußen hat es Minusgrade, doch drinnen im Zelt des Circus Frankello ist es wohlig warm, während Kamele, Pferde, Gänse und Schweine durch die Manege toben beziehungsweise trotten, tollkühne Akrobaten unter der Zeltkuppel in luftiger Höhe an Seil, Trapez und Stoffbahn atemberaubende Kunststücke zeigen und natürlich auch die Clownerie nicht zu kurz kommt. Einzig die Ränge um die Manege sind halb leer - die eisige Kälte ist wohl schuld daran, denn am bunten Programm des Circus Frankello kann es nicht liegen, das lässt wirklich nichts zu wünschen übrig.

"Es wird immer schwieriger, genügend Publikum zu bekommen. Dabei sind die Leute begeistert, wenn sie dann kommen und unsere Nummern sehen", sagt Direktor Edmund Frank. Und mit Kartenpreisen ab 10 Euro ist ein Besuch im Zirkus auch nicht teurer als Kino. "Wir spielen den Winter durch, weil es nicht anders geht. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würden wir nur im Sommer spielen." Es wird auch immer schwieriger, einen passenden Platz für die Zelte und die gesamte Entourage zu bekommen. Fündig geworden ist man aktuell in Neu Marx, auf einer betonierten Freifläche neben der Autobahnbrücke, auf der in der Vergangenheit auch schon andere Zirkusunternehmen ihre Zelte aufgeschlagen haben. Und es sind oft kleine Details, die für steile Sorgenfalten im Gesicht des Direktors sorgen. So mussten in den Beton erst Löcher für die vielen Zelthaken gebohrt werden. "Damit haben wir drei Tage für den Aufbau gebraucht, der normalerweise an einem Tag erledigt ist." Immerhin ist es keine gatschige Wiese, die andere Probleme bereiten könnte.

Information

Circus Frankello
noch bis 25. März in Wien, Neu Marx
Tel. 0664/9701514
www.frankello.de

"Alle Zirkusse haben Probleme, nicht nur wir", sagt der Direktor. "Das Risiko beim Zirkus ist immer, dass man nie weiß, was man an einem Spielort verdienen wird." In Deutschland sei es schwieriger als in Österreich, weil die Konkurrenz noch größer sei. "Dort gibt es gut 500 verschiedene Zirkusse." Mit der Konkurrenz gibt es einen gewissen Austausch, was die Reiserouten betrifft, um einander nicht in die Quere zu kommen. Von den Behörden in Wien fühlt sich Direktor Frank gut behandelt. "Die sind immer sehr hilfreich."

Das Zirkusleben ist hart

Die Familie Frank ist seit bald 250 Jahren im Geschäft. "Es ist der älteste Familienzirkus auf Reisen", sagt Direktor Edmund Frank stolz. 60 rollende Achsen sind das ganze Jahr über auf Tour. "Wir sind die zehnte Generation, die das macht." Den Zirkus Frankello hat Edmund Frank 1976 aus dem Familienunternehmen heraus gegründet. Seine Ehefrau und Geschäftspartnerin Heidi, die ebenfalls einer Zirkusfamilie entstammt, lernte er im Zirkus seines Vaters kennen und lieben. Seine Generation umfasst 14 Geschwister, "dazu kommen 69 Enkelkinder und 74 Urenkel - und alle machen Zirkus".


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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-13 12:59:20
Letzte Änderung am 2018-02-27 12:47:46


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