• vom 13.02.2018, 20:55 Uhr

Stadtleben

Update: 14.02.2018, 09:22 Uhr

Zirkus

Kläffende Stars in der Manege




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Von Mathias Ziegler

  • Der Circus Frankello blickt auf fast 250 Jahre Tradition zurück. Statt Exoten toben heute Haustiere durch die Manege.

Und was wäre ein Zirkus ohne Pferde? - © Circus Frankello

Und was wäre ein Zirkus ohne Pferde? © Circus Frankello



Die eigentlichen Stars im Circus Frankello sind Sandra Franks Hunde.

Die eigentlichen Stars im Circus Frankello sind Sandra Franks Hunde.© Peter Lunacek Die eigentlichen Stars im Circus Frankello sind Sandra Franks Hunde.© Peter Lunacek

Wien. Montag und Dienstag war Ruhetag beim Circus Frankello. Wobei der Begriff täuscht: Denn "Ruhetag" bedeutet für die Artisten, Tiertrainer, Techniker und Musiker nicht etwa Ausruhen im Wohnwagen oder Sightseeing in Wien, wo der Zirkus gerade seine Zelte aufgeschlagen hat und noch bis zum 5. März gastiert, sondern harte PR-Arbeit: Das bedeutet Flyer verteilen und Plakate aufhängen, damit die Ränge bei den Vorstellungen ab Mittwoch voll sind und der Zirkus seine Fixkosten bezahlen kann.

"Es wird immer schwieriger, genügend Publikum zu bekommen. Dabei sind die Leute begeistert, wenn sie dann kommen und unsere Nummern sehen", sagt Direktor Edmund Frank. Und mit Kartenpreisen ab 10 Euro ist ein Besuch im Zirkus auch nicht teurer als Kino. "Wir spielen den Winter durch, weil es nicht anders geht. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würden wir nur im Sommer spielen." Es wird auch immer schwieriger, einen passenden Platz für die Zelte und die gesamte Entourage zu bekommen. Fündig geworden ist man aktuell in Neu Marx, auf einer betonierten Freifläche neben der Autobahnbrücke, auf der in der Vergangenheit auch schon andere Zirkusunternehmen ihre Zelte aufgeschlagen haben. Und es sind oft kleine Details, die für steile Sorgenfalten im Gesicht des Direktors sorgen. So mussten in den Beton erst Löcher für die vielen Zelthaken gebohrt werden. "Damit haben wir drei Tage für den Aufbau gebraucht, der normalerweise an einem Tag erledigt ist." Immerhin ist es keine gatschige Wiese, die andere Probleme bereiten könnte.

Information

Circus Frankello
noch bis 5. März in Wien, Neu Marx
Tel. 0664/9701514
www.frankello.de

"Alle Zirkusse haben Probleme, nicht nur wir", sagt der Direktor. "Das Risiko beim Zirkus ist immer, dass man nie weiß, was man an einem Spielort verdienen wird." In Deutschland sei es schwieriger als in Österreich, weil die Konkurrenz noch größer sei. "Dort gibt es gut 500 verschiedene Zirkusse." Mit der Konkurrenz gibt es einen gewissen Austausch, was die Reiserouten betrifft, um einander nicht in die Quere zu kommen. Von den Behörden in Wien fühlt sich Direktor Frank gut behandelt. "Die sind immer sehr hilfreich."

Das Zirkusleben ist hart

Die Familie Frank ist seit bald 250 Jahren im Geschäft. "Es ist der älteste Familienzirkus auf Reisen", sagt Direktor Edmund Frank stolz. 60 rollende Achsen sind das ganze Jahr über auf Tour. "Wir sind die zehnte Generation, die das macht." Den Zirkus Frankello hat Edmund Frank 1976 aus dem Familienunternehmen heraus gegründet. Seine Ehefrau und Geschäftspartnerin Heidi, die ebenfalls einer Zirkusfamilie entstammt, lernte er im Zirkus seines Vaters kennen und lieben. Seine Generation umfasst 14 Geschwister, "dazu kommen 69 Enkelkinder und 74 Urenkel - und alle machen Zirkus".


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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-13 12:59:20
Letzte nderung am 2018-02-14 09:22:33



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