• vom 14.03.2018, 17:48 Uhr

Stadtleben

Update: 20.03.2018, 17:04 Uhr

Winebank

Auf ein Glaserl ins Kipferlhaus




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Von Margot Landl

  • Im Keller des historischen Kipferlhauses im 1. Bezirk reifen in der "Winebank" edle Weine und Vorarlberger Käse.



Wien. Kulinarisch bedeutsam ist das Kipferlhaus ja schon länger. Angeblich wurde dort nämlich in einer Bäckerei während der Zweiten Türkenbelagerung aus Trotz gegen die Besatzer das Wiener Kipferl in Halbmondform erfunden. Bleibt dies allerdings eine Legende, so kann sich heute jeder selbst vergewissern, dass der zwölf Meter tiefe Keller des historischen Gebäudes in der Grünangergasse im 1. Bezirk so einige Köstlichkeiten beherbergt.

Exklusiver Zugang
Wobei das so nicht ganz stimmt: Zutritt zur "Winebank" hat nämlich nur, wer auch eine Schlüsselkarte besitzt. Diese bekommt man, wenn man dort einen der 192 Tresore mietet, was in etwa zwischen 50 und 500 Euro pro Monat kostet - je nach Größe und Lage. Insgesamt ist auf den rund 300 Quadratmetern Platz für etwa 25.000 Flaschen Wein.


Im Moment haben um die 200 Personen Zugang zur Bank, wobei auch Winzer das ein oder andere Schließfach als Schaufenster nutzen, um ihre Weine anzubieten. Im hinteren Bereich finden sich drei Weinlogen, durch Gitter abgetrennte Bereiche, die man ebenfalls mieten kann. Eine davon sowie vereinzelte Tresore stehen noch leer, der Rest ist gut gefüllt.

Zentrum des Kellers ist eine Tafel für etwa 20 Leute, an denen man als "Winebanker" seine Gäste platzieren kann, während man den passenden Wein aus seinem persönlichen Schließfach holt. "Das ist natürlich vor allem bei geschäftlichen Treffen beeindruckend: Man führt die Geschäftspartner in den Weinkeller, nimmt vielleicht ein paar Häppchen mit und kredenzt ihnen seinen Lieblingswein", findet Clubmanager Gerhard Strasser.

Die "Winebank" selbst stellt täglich frisches Brot sowie Käse, Salami und diverse Antipasti zur Verfügung. Wer etwas konsumiert, trägt sich in eine Liste ein und bezahlt später. Auch die Bereitstellung von Geschirr und die Reinigung übernimmt die Bank. Jeder Winebanker und jede Winebankerin hat rund um die Uhr Zugang zum Weinkeller, lediglich die Tafel kann reserviert werden. Doch ansonsten bestimmt der Zufall, wen man trifft. Zum Beispiel Anton Sutterlüty. Selbst Winebanker beliefert der gebürtige Vorarlberger die "Winebank" mit seinem Gepsenkäse, der in einem abgetrennten Teil der Bank reift. Als Gepse bezeichnet man ein breites, niedriges Holzgefäß, in das die noch kuhwarme Milch gefüllt wird, bevor sie später zu Käse wird. Perfekte Bedingungen für die Entstehung vieler Milchsäurebakterien, die später bei der Reifung für Geschmack sorgen. Bakterienkulturen aus dem Labor sind hier keine nötig.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-14 17:53:47
Letzte Änderung am 2018-03-20 17:04:00


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