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Stadtleben

Update: 11.04.2018, 11:06 Uhr

Kirche

Der Klingelbeutel bleibt




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Von Mathias Ziegler

  • Anglikanische Kirche führt bargeldlose Opferstöcke ein - in Wien noch kein Thema.

Bankomat-Terminal statt Münzeinwurf: bargeldloser Opferstock.

Bankomat-Terminal statt Münzeinwurf: bargeldloser Opferstock.© APAweb/dpa-Zentralbild/Jens BŸttne Bankomat-Terminal statt Münzeinwurf: bargeldloser Opferstock.© APAweb/dpa-Zentralbild/Jens BŸttne

Wien/London. Die Digitalisierung macht auch vor der Kirche nicht halt - zumindest in Großbritannien, wo in mehr als 16.000 anglikanischen Kirchen, Kathedralen und religiösen Stätten bargeldlose Opferstöcke in Form von Lesegeräten für Kreditkarten und Smartphones installiert werden. Eine Testphase an rund 40 Orten ist erfolgreich verlaufen, die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit dem schwedischen Unternehmen iZettle, das auf mobiles Bezahlen spezialisiert ist.

In der Erzdiözese Wien sind bargeldlose Kollekte oder Opferstöcke kein Thema. Seitens der Finanzkammer heißt es, dass dies gar nicht praktikabel wäre: "Schlechte Funkverbindung in Kirchen, hoher Serviceaufwand, spendenreduzierende Fixkosten" werden als Gründe, die dagegen sprächen, angeführt.

Angela Ringhofer, Sprecherin der Erzdiözese Wien, verweist in diesem
Zusammenhang auf die Diözese Linz, die vor einem knappen Jahrzehnt einen
Pilotversuch wegen Erfolglosigkeit beendet hat. Damals stellte die
Raiffeisen-Bank im Linzer Dom einen Opferstock mit Bankomat-Terminal für
Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten auf. Gerüchteweise sollen in
fünf Jahren 40 Euro gespendet worden sein. "Es ist halt für die Leute
immer noch einfacher, die paar Euro aus der Geldbörse zu holen", meint
Michael Kraml, Sprecher der Diözese Linz.

 Das Klimpern der Münzen

Er könnte sich auch vorstellen, dass das Klimpern der Münzen in der Spendenbox für manche eine Rolle spielt. "Die Kollekte zu ersetzen war jedenfalls nie ein Thema", so Kraml. Ganz analog ist die Kirche freilich auch in Österreich nicht. In zahlreichen kirchenbezogenen Gebäuden (etwa Domshops oder Verkaufsstellen in Wallfahrtsorten) kann man mit Bankomatkarte bezahlen. Nur spenden muss man auch in Zukunft auf gewohnte Weise.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-03-22 12:41:50
Letzte Änderung am 2018-04-11 11:06:20



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