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Update: 18.05.2018, 12:19 Uhr

Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App




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Von Ina Weber

  • Das Start-up "Ticket Gretchen" will den Zugang zu Kultur vor allem für junge Menschen vereinfachen.

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. © Stanislav Jenis

Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee. Ein Programmierer verwirklicht diese und aus einem zunächst kleinen Zwei-Mann-Betrieb könnte das große Geschäft und/oder die Welt zum Besseren verändert werden.

Mitte 2016 ging das Wiener Start-up Ticket Gretchen an den Start. Die App mit dem Namen aus Goethes "Faust" hat zum Ziel, den Kartenverkauf für Kulturbetriebe und den Kauf für Kunden zu vereinfachen. Die App ermöglicht dem Kunden das direkte Reservieren von Sitzplätzen im Saalplan, den Kauf der Tickets ohne Aufpreis und ein mittlerweile relativ umfassendes Kulturangebot. Der Besuch soll niederschwellig sein. Bis zum Verkauf gibt es keine Registrierung. Nach weniger als zwei Jahren hat das Unternehmen rund 30.000 User.


Gründer Wolfgang Graf hatte im Jahr 2013 festgestellt, dass die Suche nach dem für ihn passenden Kulturevent sehr zeitaufwendig war. Selbst, wenn man über das Smartphone das Passende gefunden hatte, bedeute das meistens auch wieder nur überteuerte Tickets und ein Anstellen an der Kassa, so Graf. Der gebürtige Steirer, der aus dem Datenanalysebereich kommt, rechnet vor: "30 bis 50 Prozent der Website-Zugriffe auf eine Kulturseite passieren über das mobile Endgerät. Aber nur ein Prozent davon kauft dann tatsächlich mobil. Hier haben wir Handlungsbedarf gesehen."

Vor allem die jungen Menschen habe man ansprechen wollen, so Graf. "Wir waren aber dann sehr überrascht, dass uns auch viele ältere User ein positives Feedback gegeben haben", so Marketingmanagerin Sophie Garzon-Lapierre. "Anscheinend war der Bedarf nach einem einfachen Zugang zu Kulturangeboten doch groß."

Mit der Aktion U27 sollen nicht nur Studenten wie bisher üblich einen günstigeren Ticketpreis erhalten, sondern alle Menschen bis 27 Jahre. Wien habe eines der reichhaltigsten Kulturangebote der Welt. "Es ist schade, wenn man das Angebot nicht nutzt und das Gefühl übrigbleibt, etwas versäumt zu haben."

Mit mehr als der Hälfte der Wiener Kernkulturbetriebe arbeitet Ticket Gretchen bereits zusammen. Im Bereich Schauspiel seien es rund drei Viertel des Wiener Marktes. In ganz Österreich seien es derzeit rund 40 Betriebe.

Der erste Kunde war das Theater in der Josefstadt. Danach sei man rasch gewachsen und so kamen auch das Burgtheater, Volkstheater und die Vereinigten Bühnen Wien an Bord. Die Liste der Begehrten sei aber noch lang: das Wiener Konzerthaus, die Wiener Staatsoper, die Volksoper und große Sommerfestivals.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-16 17:24:50
Letzte Änderung am 2018-05-18 12:19:04


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