Zusätzlich möchte man auch das Angebot in den Regionen stärken. "Wir wollen für Kulturbetriebe ein Wegweiser in die digitale Welt sein. Wir wollen ihnen zeigen, wie man sich dort gut positionieren kann, wo sich die Menschen täglich aufhalten - auf den Screens ihrer Smartphones", so Graf. Das Unternehmen, das derzeit aus zwei Gründern und sechs Mitarbeitern besteht, will aber nicht nur einen einfachen Ticketkauf ermöglichen, sondern den gesamten Kulturbesuch zum Erlebnis machen.

Kultur-Community

So gibt es laut Garzon-Lapierre einige Kooperationen mit Fahrdienst-Unternehmen, Bars oder Restaurants. "Wir wollen für unsere Nutzer einen Mehrwert schaffen und ein Rundumkulturvergnügen bieten. Mit Backstage-Führungen oder Instawalks bauen wir zusätzlich eine Kultur-Community auf, die sich gegenseitig austauschen kann."

Unmittelbare Konkurrenz gibt es laut Graf derzeit nicht. Sogar in New York sei die Art und Weise wie Tickets für den Broadway verkauft werden zum Teil noch recht umständlich. "Es gibt viele Ticketing-Systeme, die aber nicht miteinander kommunizieren", so Co-Founder und technischer Leiter, Gerald Stockinger Den Kulturbetrieben soll unter die Arme gegriffen werden. Das könnte vor allem kleineren Theaterstätten das langfristige Überleben sichern. "Wir helfen den Betrieben damit auch, ihr Publikum besser zu verstehen", so Graf. "Wir wollen die Kleinen besser integrieren, sodass diese sichtbarer werden."

Datenhandel

Mit den dabei gewonnenen Kundendaten würde sehr streng umgegangen. "Wir verwenden die Daten nur, um das Usererlebnis zu optimieren, und nur wir und die betroffenen Kulturbetriebe haben sie. Wenn der Kunde kauft, kommt zwischen diesem und dem Betrieb ein Veranstaltungsvertrag zustande. Unser Prinzip ist es, fair mit den Daten umzugehen."

Die Ziele sind auf jeden Fall groß. Es gebe bereits Anfragen aus New York oder Paris. Auch in Südamerika sei man bereits mit 20 Opernhäusern im Gespräch. "Die leben ja dort auch stark vom Tourismus, sind aber nicht vernetzt", so Graf. Der derzeitige Wert des Unternehmens lasse sich nur schwer bemessen. "Es ist unseriös, wenn ich dazu eine Angabe mache", sagt er. Die Eigenmittel und Förderungen des Austria Wirtschaftsservice (AWS) reichen jedoch nicht aus, um die ehrgeizigen Pläne zu realisieren. So wird derzeit eine weitere Finanzierungsrunde geplant. "Die aktuelle Situation ist sehr spannend und es gibt auf jeden Fall noch einiges zu tun", so Graf.