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Stadtleben

Update: 30.05.2018, 07:56 Uhr

Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz




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Diese besteht aus der in Süddeutschland, Vorarlberg und Wien aktiven Rhomberg-Bau und der Rhomberg Holding, die weltweit Bahntechnik produziert. Rhomberg hat im Ländle Tradition: 1886 wurde das Unternehmen in Bregenz gegründet. Allein Rhomberg-Bau hat 544 Mitarbeiter und für das Geschäftsjahr 2015/2016 einen Jahresumsatz von 234 Millionen Euro.

Eines der jüngsten Großprojekte ist ein Star Inn Hotel am Wiener Hauptbahnhof, das als eines der ersten in Österreich mit dem Gold-Siegel des amerikanischen Programms "Leadership in Energy and Environmental Design" für herausragende Nachhaltigkeit zertifiziert wurde. Aus Holz besteht es allerdings nicht. Torben Nakoinz von Rhomberg-Bau erklärt: "Die bautechnische Klammer über alle Gebäude ist bei uns der Fokus auf Holz als funktionales und gestaltendes Element. Bei einem Projekt wird das Stiegenhaus komplett in Holz errichtet, bei einem anderen kommen Holz-Beton-Verbunddecken zum Einsatz. Wir wollen die Projekte nutzen, um die Qualität des Holzbaus für den Wohnbereich und vor allem für den sozialen Wohnbau weiter voranzutreiben."

Renaissance des Holzbaus trotz Genehmigungsschwierigkeiten

Spätestens seit der Altsteinzeit bauen Menschen Hütten aus Holz. Die Technik wurde Jahrtausende beibehalten, in einigen Teilen der Welt bis heute. Es scheint naheliegend: Holz wächst nach und braucht dafür nicht mehr als Wasser, Erde, Licht und Luft. Trotzdem verdrängten seit der industriellen Revolution andere Materialien wie Beton, Eisen, Stahl und Ziegel das gute, alte Holz. Später kamen Aluminium und Kunststoffe dazu. Doch seit einigen Jahren ist Holz als zentrales Baumaterial wieder en vogue - vor allem in den Städten. Und das nicht nur aus ästhetischen Gründen: Die Ökobilanz ist positiv, von Herstellung bis zum Recycling braucht es relativ wenig Energie. Trotzdem gibt es eine Reihe an Vorurteilen, die beim Bauen mit Holz immer wieder aufkommen: Erstens ist es - zumindest bislang noch - teurer.

Zweitens haben Anwohner oft Bedenken wegen Brandschutz. Holz, das klingt nach leicht entzündlich. Und drittens sorgen sich potenzielle Bewohner oft um Lärmschutz. Cree will diese Vorurteile widerlegen und stößt dabei an Grenzen: "Die Nachfrage nach Holzbau war bisher nie groß, natürlich auch wegen der Kosten", sagt Gerhard Vonbank, Geschäftsführer bei Rhomberg-Bau im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Unser Ziel ist es, leistungsmäßig und auch kostenmäßig dahin zu kommen, wo der Massivbau ist. Das wird auch von der Politik getrieben, weil Holzbau beim Gemeindebau gefördert wird. Die Politik hat das Bauen mit Holz entdeckt, weil es nachhaltig ist und man mit Holz doppelt so schnell bauen kann."

Der Rhomberg-Geschäftsführer bedauert allerdings, dass es in Vorarlberg schwierig sei, Hochhaus-Projekte zu realisieren: "Die politischen Ziele, in Zentren nachzuverdichten, höhere Baunutzungen zuzulassen und in die Höhe zu bauen, scheitern leider oft am Widerstand aus der Bevölkerung. Kein Bürgermeister will der erste sein, der einen Achtstöcker bauen lässt und damit seine Wiederwahl gefährdet."

Dazu meint etwa die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann: "Das Potenzial ist schon da. Aber für den gemeinnützigen Wohnbau muss der Standort passen. Ein Hochhaus muss am konkreten Standort aus städtebaulicher Sicht richtig sein." Kürzlich wurden jedenfalls zwei größere Projekte in Wolfurt bei Bregenz gestartet. Sie sollen den ultimativen Vergleich zwischen den beiden Bauweisen liefern: Ein Haus wird in Massivbauweise errichtet, eines komplett in Holz, beide bieten später geförderten Wohnraum und Eigentumswohnungen.

Eine Studie des gemeinnützigen Vereins "Energieinstitut Vorarlberg" (gefördert vom Land Vorarlberg, der Raiffeisenbank und der Illwerke) wird das Projekt begleiten und die Errichtung sowie den Betrieb der beiden Häuser vergleichen. Das Ziel: Erkenntnisse über die Unterschiede bei Baudauer, Baustellenlogistik, Lärm und -Staubentwicklung und natürlich bei der Energieeffizienz. Die Hoffnung: ein weiteres starkes Argument für den guten, alten Holzbau.


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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-05-21 16:37:08
Letzte Änderung am 2018-05-30 07:56:30



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