- © apa/Pfarrhofer
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Wien. (apa) Es werden Gestänge zusammengeschraubt, Holzkonstruktionen gezimmert und über Effekte der Eröffnungsshow diskutiert. Während am Wiener Rathausplatz die Vorbereitungen zum Life Ball in vollem Gange sind, hat sich Organisator Gery Keszler (Bild) an die Anfänge des Events erinnert. "Ich versuche, die Sentimentalität auf die Seite zu schieben", sagte er anlässlich des 25. Jubiläums.

"Es war ein Aufbruch. Die Gefühle, die wir damals hatten, das kann sich heute niemand mehr vorstellen", meinte Keszler. Als HIV und Aids aufkamen, sei man zwischen Angst und Verzweiflung, Wut und Trauer gewesen. Da gab es Menschen da draußen, die Hilfe brauchten. Aber öffentlich darüber geredet wurde nicht. Mit dem Life Ball sei die Problematik sichtbar geworden. "Das hat das stille Sterben aufgebrochen. Es war ein Riesenaufschrei für das Leben."

"Der erste Ball war mehr Aktionismus als Fundraising", dennoch sind umgerechnet stattliche 63.000 Euro zusammengekommen, erzählte Keszler. "Das war ein sensationelles Ergebnis, obwohl wir nicht mal wussten, wie diese Ballnacht ausgeht." Als Hommage an den ersten Life Ball 1993 wird am kommenden Samstag wieder eine Abendkasse eröffnet, wo ab 14 Uhr in der Lichtenfelsgasse/Ecke Friedrich-Schmidtplatz ein limitiertes Kontingent von 200 Tickets erworben werden können.

Der Aktionismus der ersten Jahre sei heute "unangebracht", so Keszler. "Wäre es damals aber nicht so gewesen, dann hätte sich der Erfolg nie so eingestellt." "Im Prinzip glaube ich, dass sich der Life Ball immer richtig präsentiert hat. Er hat sich jedes Jahr neu erfunden, sich auf Gegebenheiten eingestellt und ist mit der Zeit mitgegangen." Neben Mitarbeitern, die bereits jahrzehntelang ehrenamtlich im Einsatz sind, sind nun auch viele junge Mitarbeiter dabei, die zu den Anfängen des Life Balls noch nicht einmal geboren waren.

"Das Jahr Pause war eine harte Kerbe"


Rückblickend gesehen hat es nur eine Entscheidung gegeben, die Keszler nach heutiger Sicht noch einmal überdenken würde: "Das Jahr Pause war eine ganz harte Kerbe in der Life-Ball-Geschichte. Wenn ich noch einmal die Möglichkeit hätte, würde ich es nicht mehr tun."

"Ich bemühe mich, dass der Life Ball im Vorfeld leiser ist. Zum 25. Jubiläum hätte man sich wahrscheinlich mehr Lärm erwartet, aber ich will trotzdem der Aids-Kampagne mehr Plattform geben als dem Society-Teil", so Keszler. "Die Sorgen, die wir vor 25 Jahren hatten, die sind heute noch ganz furchtbar real in anderen Regionen der Welt. Und manche begreifen nicht, dass wir jetzt aufgefordert sind, zu geben. Das stimmt mich nachdenklich."