• vom 03.06.2018, 09:15 Uhr

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Update: 03.06.2018, 18:07 Uhr

Life Ball

Nachdenkliche Opulenz in Rot-Weiß-Rot




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Von WZ Online, APA

  • Blonde Conchita heiratete als Maria Trapp. Bürgermeister Michael Ludwig freute sich "Stafette weiterzutragen".

Conchita Wurst und Herbert Föttinger bei der Eröffnung des Life Ball 2018 am Samstag, 2. Juni 2018, vor dem Wiener Rathaus. 

Conchita Wurst und Herbert Föttinger bei der Eröffnung des Life Ball 2018 am Samstag, 2. Juni 2018, vor dem Wiener Rathaus. © APAweb / Georg Hochmuth Conchita Wurst und Herbert Föttinger bei der Eröffnung des Life Ball 2018 am Samstag, 2. Juni 2018, vor dem Wiener Rathaus. © APAweb / Georg Hochmuth

Wien. Zum Schluss wurde geheiratet: Mit einer oppulenten Hommage an das Erfolgsmusical "The Sound of Music" hat der Life Ball am Samstagabend im Wiener Rathaus sein 25. Jubiläum gefeiert. Organisator Gery Keszler erinnerte an den Life Ball 1993, als die Botschaft erstmals "in die Welt geschrien wurde".

Durch den Abend führten Conchita Wurst, die sich für ihre Rolle als Maria von Trapp extra den Bart blond gefärbt hatte und Herbert Föttinger als Kapitän Georg von Trapp. "Ich hatte die Wahl, ihn abzurasieren oder zu färben", sagte die Sängerin gegenüber der APA. Ihr Leben als Blondine war aber nach dem Life Ball schon wieder zu Ende.

Als Bühne fungierte ein übergroßes Almwiesen-Puzzle mit - ganz dem Motto gemäß - österreichischen Stereotypen wie Edelweis, Trachtenpärchen, Gämsen und einer Zeichnung der Festung Hohensalzburg. Die Debütanten zogen als fracktragende Skelette bzw. Gruselnonnen über den Ratthausplatz ein.

Der Titelsong "A Sound of Music", dargeboten von Conchita Wurst

Den Auftakt zur Show setzte dann Conchita: Ein Kästchen des Puzzles öffnete sich und die Sängerin intonierte den Titelsong "A Sound of Music". Danach löste sich das Puzzle auf und machte der üppigen Kirchenbühne Platz, in der die Moderatoren in ihren jeweiligen Rollen - nach einem hitzigen Disput über Diversität - letztlich doch heirateten. Als Bischof fungierte dabei Startenor Jonas Kaufmann.

Organisator Gery Keszler erinnerte in seiner Rede an den ersten Life Ball 1993, als Aids noch nahezu einem Todesurteil gleichkam. "Wir haben bemerkt, rund um uns passiert etwas, dass Menschen sterben", sagte Keszler. Doch anstatt zu resignieren, erhob der Life Ball seine Stimme. "Wir waren nicht mehr still, wir waren nicht mehr schüchtern, wir waren nicht mehr traurig. Wir haben unsere Trauer in Power verwandelt, unsere Wut zu Mut und unsere Verzweilfung zu einer Liebe zum Leben. Wir waren Außenseiter, aber auf dieser Außenseite haben wir das schönste Fest gefeiert", unterstrich der Organisator. Inzwischen finanziere die Veranstaltung 170 nationale und internationale Projekte.

Häupl und Ludwig gemeinsam auf der Bühne

Der ehemalige Wiener Bürgermeister Michael Häupl kam dann gemeinsam mit seinem Nachfolger Michael Ludwig (beide SPÖ) auf die Bühne. "Ich werde bei der Erföffnung künftig nicht mehr hier (auf der Bühne, Anm.) stehen, sondern unter euch", meinte Häupl. Ludwig freute sich darüber, "die Stafette weiterzutagen". Der nächste Life Ball 2019 soll wieder "hier in Wien stattfinden". "Ich bitte euch, lasst Euren Status prüfen", forderte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) schließlich zur HIV-Prävention auf.

Den Life+ Award einhergehend mit einer Spende von 150.000 Euro ging heuer an die Elizabeth Taylor AIDS Foundation (ETAF). Die Auszeichnung wurde von Paris Jackson, Tochter des "King of Pop" Michael Jackson, als Vertreterin der Organisation entgegen genommen.

Conchita hatte zwar schon das passende Kleid. Dennoch präsentierten bei der Modeschau 25 große Modehäuser von Jean Paul Gaultier über Alberta Ferretti, Missoni, Roberto Cavalli bis hin zu Vivienne Westwood ihre Kreationen für den "schönsten Tag des Lebens".





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-03 09:16:13
Letzte Änderung am 2018-06-03 18:07:21


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