• vom 27.06.2018, 17:54 Uhr

Stadtleben

Update: 27.06.2018, 18:07 Uhr

Schlange

"Sie hatte gerade gegessen"




  • Artikel
  • Lesenswert (21)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniel Bischof

  • Eine Spaziergängerin entdeckte ein Python am Wilhelminenberg.

"Eine Königspython ist absolut harmlos", erklärt Experte Polaschek.

"Eine Königspython ist absolut harmlos", erklärt Experte Polaschek.© Anja Rabitsch "Eine Königspython ist absolut harmlos", erklärt Experte Polaschek.© Anja Rabitsch

Wien. "Ich war fasziniert, man hat sofort gesehen, dass es keine heimische Schlange ist. Aber ein bisschen ‚spooky’ war es auch", schilderte Anja Rabitsch gegenüber der "Wiener Zeitung" eine höchst ungewöhnliche Begegnung. Rabitsch war am Dienstagnachmittag mit ihren zwei Hunden auf einer Wiese nahe dem Schloss Wilhelminenberg spazieren, als sie beinahe über eine etwa zwei Meter lange Schlange stolperte - die "Presse" berichtete am Mittwoch über den Fall.

"Der Königspython ist mitten auf dem Weg gelegen. Ich habe nachgeschaut, was man in einem solchen Fall macht und die Polizei gerufen", sagte Rabitsch. Polizeisprecher Paul Eidenberger bestätigte den Einsatz. Aber: "Polizisten fangen keine Schlangen ein", sagt Eidenberger. Die Polizei habe daher die zuständige MA 60 (Veterinärdienste und Tierschutz) verständigt.


Hierbei dürfte es dann aber zu Komplikationen gekommen sein. Laut Rabitsch war die "Tierrettung nicht kooperativ". Am Telefon habe diese mitgeteilt, dass sie sich beim Amtstierarzt erkundigen müsse, ob die Schlange einen Schaden für das Ökosystem Wiens darstelle. Das könne allerdings bis zu vier Stunden dauern.

Tier dürfte tot sein
Offensichtlich habe es Missverständnisse gegeben, sagte Harald Wenzl, stellvertretender Leiter der MA 60: "Der zuständige Fahrer der Tierrettung wurde falsch verstanden". Ein Königspython komme in Österreich hier natürlich nicht vor: "Es handelt sich damit automatisch um ein Fundtier, das von uns abgeholt und in einem Tierheim versorgt wird."

Im konkreten Fall klappte das nicht. Rabitsch passte eineinhalb Stunden auf die Schlange auf: "Sie war langsam unterwegs. Man hat gesehen, dass sie gerade gegessen hatte." Doch dann verschwand sie im Gebüsch. Mittlerweile dürfte sie verendet sein.

"Wir haben drei Stunden nach dem ersten Anruf einen weiteren Anruf von einer Dame bekommen. Da dürfte das Tier bereits tot gewesen sein", sagt Wenzl. Denn laut der Dame sei die Schlange ausgerollt gewesen und habe sich nicht einmal auf ihre Annäherung hin bewegt. "Das ist untypisch. Normalerweise rollt sich ein Python in einer solchen Situation ein." So oder so werde man das Tier aber nicht lange in der Natur vorfinden: "Da balgen sich sofort Beutegreifer wie Füchse darum".

Sollte sie trotz aller Indizien noch leben, brauchen Spaziergänger sich nicht fürchten. "Sie ist absolut harmlos", so Fachmann Martin Polaschek. Er betreibt das "ReptilienZentrumWien" und verkauft auch die ungiftigen Königpythons. Stutzig macht ihn, dass das Tier zwei Meter lang gewesen sein soll: "Im Durchschnitt wird eine Königspython einen Meter groß".




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-27 18:01:41
Letzte Änderung am 2018-06-27 18:07:39


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Vom Cabaret zur Systemgastro
  2. "Ich bin ein Einzelkämpfer"
  3. Lichterbaum am Christkindlmarkt
  4. Das große Teilen auf der Straße
  5. Die Gras-Greißler
Meistkommentiert
  1. Wien soll 2027 Zwei-Millionen-Stadt werden
  2. Shoah-Gedenkmauer fix
  3. Nichts zu machen?
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Zu schnell für den Gehsteig

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Stadtleben

Vom Cabaret zur Systemgastro

Vom Cabaret zur Systemgastro Wien. Vom Wohnhaus zum Cabaret, vom Cabaret zum Striptease-Lokal, vom Striptease-Lokal zum Systemgastro-Betrieb: Das Gebäude des Moulin Rouge in der...

Wien

Lichterbaum am Christkindlmarkt

Lichterbaum am Christkindlmarkt Wien. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser haben am Samstagabend am Wiener Rathausplatz mit der...




Werbung