• vom 04.07.2018, 18:07 Uhr

Stadtleben


Stau

Bei Stau auf den Pannenstreifen




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Von Lara Chab und Livia Praun

  • Startschuss für Pilotprojekt auf der A4.

Wien. Die temporäre Freigabe des Pannenstreifens der A4 im Falle eines Staus wird bereits Mitte Juli 2018 erfolgen. Verkehrsminister Norbert Hofer und Asfinag-Vorstandsdirektorin Karin Zipperer verkündeten am Mittwoch in einer Pressekonferenz die Details des Projekts. In Richtung Ungarn zwischen Simmeringer Haide und dem Knoten Schwechat können Autofahrer künftig bei Überlastung der Strecke den freigegebenen Pannenstreifen befahren.

Freigabe mit Hilfe von Überkopfanzeigen
30 neu installierte Verkehrskameras erfassen den gesamten Abschnitt. Stellt die Asfinag-Verkehrsmanagementzentrale eine Überlastung fest, können die Mitarbeiter rasch reagieren und die Freigabe des Pannenstreifens in die Wege leiten. Bevor es aber dazu kommt, fährt der Traffic Manager der Asfinag noch den Pannenstreifen ab, um sicherzugehen, dass dieser frei von Störungen und Behinderungen ist. Ist alles in Ordnung, wird den Autofahrern die Freigabe mit Hilfe von Überkopfanzeigen angezeigt. Ein grüner Pfeil zeigt an, dass der Pannenstreifen benutzt werden kann.


Bei freigegebenem Pannenstreifen gilt das auf den Überkopfanzeigen je nach Verkehrslage geschaltete Tempolimit. Pkw dürfen jede der drei Spuren benützen im Gegensatz zu Lkw. Für diese gilt ein Fahrverbot auf der linken Spur, deren Fahrbahn schmäler als die anderen ist.

Im Falle einer Panne haben Lenker die Möglichkeit, das Fahrzeug in einer der Pannenbuchten abzustellen, damit der nachfolgende Verkehr nicht behindert wird. Eine genaue Angabe, wie lange es vom Erfassen des Staus bis zur Freigabe dauern wird, konnten die Verantwortlichen nicht nennen.

Hat sich der Verkehr beruhigt, wird der Pannenstreifen für den Verkehr wieder geschlossen. Ein gelber Pfeil auf der Überkopfanzeige weist die Autofahrer an, den Pannenstreifen zu verlassen. Lenkerinnen und Lenker, die sich bereits weiter vorne auf dem Pannenstreifen befinden, dürfen noch bis zum Ende auf diesem weiter fahren. Ist die Anzeige schwarz, ist das Befahren des Pannenstreifens untersagt.

Hintergrund der Maßnahme ist, dass das Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen und Schnellstraßen seit Jahren stetig zunimmt. Besonders betroffen sind die 3,8 Kilometer der nun getesteten Strecke auf der A4. Mit diesem Projekt soll eine höhere Straßenkapazität, weniger Stau und somit ein flüssiger Verkehr erreicht werden. Laut Karin Zipperer werden dadurch die Verkehrsteilnehmer "sicher und rasch an ihr Ziel kommen".

Vorbilder aus Deutschland und
den Niederlanden

Als Vorbilder für dieses Modell wurden seitens Norbert Hofers Deutschland und die Niederlande genannt. In diesen Ländern wird bereits seit den 1990er Jahren auf die Öffnung einer zusätzlichen Spur bei Überlastung gesetzt.

Verkehrsminister Norbert Hofer kündigte an, für künftige Projekte in Sachen Verkehrsinfrastruktur bis zu acht Milliarden Euro lockermachen zu wollen.

Vorerst wird das Pilotprojekt A4 ein halbes Jahr lang durchgeführt. Verläuft die Testphase erfolgreich, würde bei zwei ähnlichen Strecken das System ebenso eingesetzt werden. Diese wären die A1 bei Salzburg und und A12 bei Innsbruck. Anvisiert ist dafür das Jahr 2021.

Ein einfaches Erklärvideo zum richtigen Nutzen des freien Pannenstreifens finden Sie auf www.asfinag.at sowie auf Social-Media-Kanälen.




Schlagwörter

Stau, A4, Norbert Hofer, Asfinag, Autobahn

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Dokument erstellt am 2018-07-04 18:13:44


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