• vom 05.07.2018, 08:00 Uhr

Stadtleben

Update: 05.07.2018, 09:56 Uhr

Kryptowährungen

Ist der Bitcoin das Ende des klassischen Bankensystems?








Von Christian Rösner

  • Ein Streitgespräch zwischen einem Großbanker und einem Vertreter der Kryptowährungen.

Ohne Regulatorik keine Partizipation seiner Bank am Krypto-Markt, sagt Banker Georg Kraft-Kinz.

Ohne Regulatorik keine Partizipation seiner Bank am Krypto-Markt, sagt Banker Georg Kraft-Kinz.© Jenis Ohne Regulatorik keine Partizipation seiner Bank am Krypto-Markt, sagt Banker Georg Kraft-Kinz.© Jenis

Wien. "Be your own bank" ist das Motto mittlerweile einiger Millionen Benutzer von Kryptowährungen weltweit. Mittlerweile verfügt Wien über die höchste Dichte an Kryptowährung-Automaten. Staaten wie Japan und Australien haben den Bitcoin bereits zu einem offiziellen Zahlungsmittel gemacht. Malta, Gibraltar und der Schweizer Kanton Zug versuchen sich in Europa in die Poleposition für diese neue Technologie zu bringen und locken Start-ups nicht nur mit steuerlichen Vorteilen, sondern auch mit einer klaren gesetzlichen Regulierung.

Mit Kryptowährungen ist es möglich, kleine bis sehr große Wertbeträge in Sekundenschnelle rund um den Erdball zu schicken - und das zu minimalen Gebühren. Wird dieses neue Modell das Bankensystem, wie wir es kennen, nachhaltig verändern? Ist diese Technologie ein Generalangriff auf das Bankensystem? Über dieses Thema diskutierten Georg Kraft-Kinz, stellvertretender Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, und Markus Milacek, Blockchain-Experte und COO von Avalon Life SA, in einem von der "Wiener Zeitung" moderierten Streitgespräch. Der Ort des Geschehens war das sehr schlicht eingerichtete Büro des Generaldirektor-Stellvertreters im 18. Stock des Raiffeisen-Holding-Niederösterreich-Wien-Gebäudes in der Wiener Leopoldstadt.

Einig ist man sich in Sachen Blockchain-Technologie.

Einig ist man sich in Sachen Blockchain-Technologie.© Jenis Einig ist man sich in Sachen Blockchain-Technologie.© Jenis

"Wiener Zeitung":Herr Milacek, als Vertreter der Kryptoszene kritisieren Sie, dass die heimischen Banken das Thema virtuelle Währung ignorieren. Warum setzen Sie sich so für dieses Thema ein, wo es doch als so gefährlich eingestuft wird?


Markus Milacek: Ich sehe mich nicht als Vertreter der Kryptowährung, sondern mehr als Vertreter einer neu aufkommenden Technologie, die dahintersteht - die Blockchain-Technologie (ein Verschlüsselungssystem, das Transaktionen ohne zentrale Überwachungsinstrumente möglich macht Anm.), die mittlerweile in Richtung Massenanwendung geht. Experten sprechen von der größten Erfindung seit dem Internet. Leider ist der Bitcoin ein Synonym für die neue Technologie, obwohl er nur ein Bruchteil davon ausmacht. Meine Firma versucht, den Menschen diese neue Technologie näherzubringen.

Warum tun Sie das?

Abgesehen davon, dass man Geld verdienen kann, ist es auch möglich, damit Strukturen zu verändern. Man kann Dritte-Welt-Ländern die Möglichkeit geben, ihr Finanzsystem grundlegend zu verändern, um ihnen damit mehr Wohlstand zu bringen. Weitere Schwerpunkte von uns sind Umwelt- und Sozialprojekte.

Georg Kraft-Kinz: Ich muss sagen, dass wir beim Thema Blockchain-Technologie die gleiche Sicht haben. Denn diese bedeutet eine Demokratisierung von Information. Ich finde es faszinierend, dass theoretisch eine Karosserie in München in Echtzeit tatsächlich einen Kotflügel in China bestellen könnte. Diese Technologie ist disruptiv, also verändernd und sie nützt dem Konsumenten. Wir als Repräsentantengruppe arbeiten an diesem Thema, weil wir wissen, dass es eine starke Zukunft hat. Es gibt auch Banken, die bereits Handelsfinanzierungen darüber machen.

Laut Markus Milacek haben Bankberater längst ausgedient - es geht nur noch um Massenabfertigung.

Laut Markus Milacek haben Bankberater längst ausgedient - es geht nur noch um Massenabfertigung.© Jenis Laut Markus Milacek haben Bankberater längst ausgedient - es geht nur noch um Massenabfertigung.© Jenis

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-04 18:34:51
Letzte Änderung am 2018-07-05 09:56:24


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