• vom 05.07.2018, 16:36 Uhr

Stadtleben

Update: 05.07.2018, 17:04 Uhr

Kriminalität

Haftstrafe für Mann, der Ex zu Sex zwingen wollte




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  • Der Angeklagte fasste zweieinhalb Jahre Gefängnis aus. Urteil ist nicht rechtskräftig.

Wien. Weil er seine Ex-Freundin zu Sex zwingen wollte, ist ein 20-jähriger Wiener am Donnerstag am Straflandesgericht zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Zugleich wurde eine offene Bewährungsstrafe - sechs Monate für eine Körperverletzung - widerrufen. Der junge Mann muss daher drei Jahre im Gefängnis verbringen.

Der Angeklagte weist bereits fünf Vorstrafen auf. Mit 16 war er wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von zwei unmündigen Buben zu einer zweijährigen teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden.


Nach seiner Entlassung bekam der aus tristen Familienverhältnissen stammende Wiener sein Leben nicht mehr in den Griff. Beide Elternteile wollten nichts von ihm wissen, eine Berufsausbildung hat er nie in Erwägung gezogen. In einem Bericht der Jugendgerichtshilfe wird er als "völlig perspektivlos" beschrieben.

Im Dezember 2016 kam er mit einer 43-jährigen Frau zusammen. Ende 2017 machte sie mit ihm Schluss, ließ den Burschen an den Wochenenden aber weiter bei sich wohnen. Er hatte keine eigene Unterkunft und kam werktags bei seiner Schwester unter.

Ende April wollte er die Mutter von zwei halbwüchsigen Töchtern zu Sex überreden. Er wurde abgewiesen. Am nächsten Morgen soll er seine Ex-Freundin wortlos gepackt, ins Bett gezerrt, niedergedrückt und ihr den Mund zugehalten haben. Die Frau setzte sich zur Wehr und konnte sich befreien. Sie bewirkte ein Betretungsverbot, an das sich der Mann nicht hielt. Zwei Tage später passte er die Frau im Stiegenhaus ab und schlug sie, als sie ihn nicht mehr in die Wohnung ließ.

"Ich habe nichts mit ihr gehabt", sagte der 20-Jährige vor einem Schöffensenat. Es sei weder zu Sex noch zu Gewalttätigkeiten gekommen. "Sie hat am Schluss einen Hass gehabt, weil ich sie in Ruhe gelassen hab’. Sie hat mich immer abgewiesen", sagte er zu den Darstellungen der Frau.

Der Bursch wurde anklagekonform verurteilt, was er beinahe apathisch zur Kenntnis nahm. Auf Rechtsmittel verzichtete er mit der Bemerkung "Das passt schon so." Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-05 16:43:48
Letzte Änderung am 2018-07-05 17:04:44


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