• vom 25.07.2018, 07:30 Uhr

Stadtleben


Hochschulen

Studieren mit Sponsor




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (17)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Lara Chab

  • In Wien nimmt ab Herbst eine neue Hochschule für ein duales Studium den Betrieb auf.


© Coloures-Pic - stock.adobe.com © Coloures-Pic - stock.adobe.com

Wien. Dual Studieren. Was sich in Deutschland steigender Beliebtheit erfreut, beginnt sich auch in Wien und Österreich herumzusprechen. Dual studieren, das heißt, dass Arbeit Teil des Studienkonzepts ist. Während bei "normalen" Studien meist freiwillige Praktika in den Ferien gemacht werden, oder kleinere Nebenjobs, arbeitet man beim dualen Studium von Anfang an Teil- oder Vollzeit. Das Studium wird mit einem Unternehmen als Sponsor betrieben, mit dem der Theorieteil, sprich: die akademische Ausbildung abgestimmt wird. Der Vorteil für das Unternehmen: Es erhält maßgeschneiderte Mitarbeiter. Der Vorteil für den Studenten: Er hat in der Regel ein geregeltes Einkommen, während er einen Studienabschluss macht.

In Wien war bisher primär das Technikum Wien (University of Applied Sciences) die Anlaufstelle für dual Studienwillige. Kommenden Herbst wird dann die IUBH (International University of Applied Sciences) ihre Pforten öffnen, die trotz des ähnlichen Namens keine Verbindung zum Technikum hat.


Größte Herausforderung ist, einen Praxispartner zu finden
"Mit 30 will ich nicht zu meinen Eltern gehen und sie um finanzielle Unterstützung bitten", sagt Julia Jeges. Sie ist eine der angehenden Hochschülerinnen im Studiengang Marketing Management an der IUBH in Wien. Den Bachelor hat sie bereits gemacht: Hotelmanagement an der Fachhochschule Kärnten. Diesen in der Tasche, stieg das Verlangen, zu arbeiten und Geld zu verdienen. Vollzeitarbeit, statt Vollzeitstudium. Auf Abend- und Wochenendkurse neben dem Job hatte sie allerdings keine Lust. Da kam ihr das duale Studium gerade recht.

Das schwierigste am dualen Studium ist es, ein Unternehmen zu finden, das das Ganze unterstützt. Manche - wie Austrian Airlines oder Peek und Cloppenburg - bieten gleich von sich aus maßgeschneiderte Studien in Kooperation mit Hochschulen an. Erfüllt man die Aufnahmekriterien, ist man dabei. Macht man den Einstieg jedoch über das Studium und sucht sich dazu die passende Arbeit, wird es schwieriger.

Julia hatte Glück. Nach etwa drei Monaten war ein Praxisunternehmen gefunden - unter Mithilfe der IUBH. "Eines Tages rief mich der Studienortleiter an und erzählte mir, dass er ein passendes Unternehmen für mich gefunden habe, bei dem ich im Marketingbereich arbeiten könnte", sagt sie und erinnert sich, wie erleichtert sie damals war.

Grundsätzlich ist das duale Studienmodell nämlich in Österreich nicht so gut umsetzbar wie in Deutschland, erklärt Ingo Prepeluh, Stellvertretender Generalsekretär der Österreichischen Fachhochschulkonferenz (FHK). In Österreich gebe es hauptsächlich KMU, für diese sei es schwieriger, ein Ausbildungsunternehmen zu werden und aktive Mitarbeiter - in diesem Fall die Studenten - für die Theoriewochen freizustellen. Im Gegensatz dazu existieren in Deutschland "viel mehr und viel größere Konzerne", die nach dual Studierenden eine hohe Nachfrage haben. Für viele kleine Unternehmen in Österreich sei das Konzept zu teuer, glaubt auch Julia: "Es ist noch abschreckend für Unternehmen, weil sie die Studiengebühren für den Studenten finanzieren müssen." Allerdings kann der duale Bildungsweg aufgrund der unterschiedlichen Bezahlmodelle auch für die Studenten abschreckend sein.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Hochschulen

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-24 18:08:10
Letzte Änderung am 2018-07-24 18:29:45


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Parkverbot-Zonen für Leih-Scooter
  2. Der erste Schnee
  3. ÖVP gegen neue Widmungskategorie geförderter Wohnbau
  4. "Ich bin ein Einzelkämpfer"
  5. Die Gras-Greißler
Meistkommentiert
  1. Wien soll 2027 Zwei-Millionen-Stadt werden
  2. Shoah-Gedenkmauer fix
  3. Nichts zu machen?
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Das große Teilen auf der Straße

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Wetter

Der erste Schnee

Der erste Schnee Wien. Schnee in der zweiten Novemberhälfte im Osten Österreichs ist an sich normal. Am Montag lag eine rund ein Zentimeter hohe, gleichmäßig verteilte...

E-Scooter

Parkverbot-Zonen für Leih-Scooter

Parkverbot-Zonen für Leih-Scooter Wien. Klein, flink, umweltfreundlich - und mitunter störend. Die 3000 zum Verleih angebotenen, elektrisch angetriebenen Tretroller sorgen in Wien für...




Werbung