• vom 01.08.2018, 07:00 Uhr

Stadtleben


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Langer Atem in Ottakring




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Von Christopher Erben

  • Einmal tief Luft holen und mehrere Minuten unter Wasser bleiben. Apnoetaucher im Ottakringer Bad können das.



Unter Wasser darf sich der Taucher während der Apnoe kaum bewegen.

Unter Wasser darf sich der Taucher während der Apnoe kaum bewegen.© Erben Unter Wasser darf sich der Taucher während der Apnoe kaum bewegen.© Erben

Wien. Lucas Körper ist in einen schwarzen Tauchanzug gehüllt. Sein Gesicht bedeckt eine Taucherbrille. Vorsichtig wandert er zum Beckenrand, steigt über eine Leiter in das Wasser. Lucas ist Apnoetaucher. Mehrmals pro Woche trainiert er im Ottakringer Bad in Wien. Er ist selten alleine - mehrere Tauchkolleginnen üben wenige Meter weiter. Doch was ist ein Apnoe- oder Freitaucher? "Er taucht ohne eine Pressluftflasche", erklärt der 20-Jährige. "Nur mit seinem Atem kann er unter Wasser bleiben."

"Apnoetauchen ist die älteste und ursprünglichste Form des Tauchens", sagt Sabine Buchberger, sportliche Leiterin des Tauchsportverbands Österreich (TSVÖ). Ihm gehören mehrere Tauchsportverbände an, die in den vergangenen Jahren mehr als 180 Apnoisten ausgebildet haben - darunter 59 Damen und 121 Herren. "Die Anzahl der Taucher steigt seit Jahren", freut sich Sabine Buchberger. Erst im vergangenen Jahr gewann mit Veronika Dittes eine Österreicherin Gold bei den Europameisterschaften in Caligari in Italien. Die 37-Jährige blieb acht Minuten und 53 Sekunden unter Wasser.

"Anfänger schaffen zwei
bis drei Minuten"

Bis zu vier Minuten kann Lucas heute unter Wasser bleiben. Sein Training begann er als Siebenjähriger. Heute unterrichtet er in Bädern und am Neufeldersee im Burgenland angehende Freitaucher - nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Schauspieler und Kabarettisten sind darunter. Schritt für Schritt bereitet Lucas seine Tauchschüler vor. Dabei zeigt er ihnen etwa, wie sie durch Übungen am Beckenrand den Kreislauf entspannen und ihre Atmung bewusst wahrnehmen.

"Anfänger schaffen bereits zwei bis drei Minuten", erklärt Lucas. Sobald die Taucher unter Wasser sind, dürfen sie sich kaum mehr bewegen. Apnoetaucher "speichern" die Luft abwechselnd im Ober- und Unterkörper. Sie lernen in den Kursen, wie sie den Atemreiz zeitweise unterdrücken können.

Ungefährlich ist Apnoetauchen nicht, sagt Sportmediziner Christian Gäbler. Durch rasches Ein- und Ausatmen sinke der CO2-Gehalt im Blut und das Gehirn bekomme nicht rechtzeitig das Warnsignal, dass es mal wieder an der Zeit wäre, aufzutauchen. Der Sportler kann in der Folge das Bewusstsein verlieren, so der Mediziner. Anfänger klagen auch über Probleme mit dem Trommelfell und den Nebenhöhlen, sagt er.

"Allerdings lernt man während der Apnoe-Ausbildung, dass es gute und schlechte Formen von Hyperventilation gibt. Das rasche Ein- und Ausatmen sollte jedenfalls vermieden werden", erzählt Lucas. Im April kam er einem sogenannten Blackout gefährlich nahe. Dabei schaltet der Körper für einige Minuten ab.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-31 17:29:24
Letzte Änderung am 2018-07-31 21:10:06


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