• vom 02.08.2018, 17:40 Uhr

Stadtleben


Strafprozess

Pfusch am Bau




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  • Baufirma schlampte bei Abbruch. Chef zahlt 10.000 Euro Bußgeld.

Helme trugen die Mitarbeiter des Unternehmers bei den Abbrucharbeiten nicht. - © apa/Schlager

Helme trugen die Mitarbeiter des Unternehmers bei den Abbrucharbeiten nicht. © apa/Schlager

Wien. Der Chef einer Baufirma hat sich am Donnerstag wegen unprofessionell durchgeführten Abbrucharbeiten am Wiener Straflandesgericht verantworten müssen. Staatsanwältin Katharina Stauber legte dem 33-Jährigen vorsätzliche Beeinträchtigung der Umwelt zur Last. Das Verfahren wurde diversionell erledigt.

Der Mann betreibt ein Unternehmen, das sich in erster Linie auf die Sicherung von Baugruben konzentriert. "Abbrucharbeiten sind nicht unser Spezialbereich. Wir haben das vielleicht einmal im Jahr gemacht", räumte er vor Einzelrichter Gerald Wagner ein. Zwischen 29. September und 2. Oktober 2017 trugen Arbeiter des Unternehmers ein Holzhaus in der Jaunerstraße in Hietzing ab. "Wir haben ein Gerüst aufgestellt. Die Latten waren morsch, die Nägel rostig", sagte der 33-Jährige.


Die Arbeiter gingen äußerst unprofessionell vor. Die Faserzementplatten, die Asbest-Feinstaub enthalten, entfernten sie ohne die vorgeschriebene Schutzausrüstung. Einweganzug, Helm, Schutzbrille und Staubmaske blieben einfach im Firmenwagen liegen. "Wir haben Helme ohne Ende", so der Firmenchef. Er sei aber nicht immer vor Ort und könne daher nicht kontrollieren, inwieweit seine Mitarbeiter diese benützen.

Mögliche Gefährdung
durch Asbest

Die Platten wurden auch nicht händisch Stück für Stück abgetragen, wie es ein Fachmann erledigt hätte, sondern einfach herausgerissen und mehr oder weniger achtlos zu Boden geworfen. "Eternit-Platten machen wir ganz selten", bemerkte der Angeklagte. Beim Verladen sei man auch "schlampert" gewesen.

Die Staatsanwältin erklärte, dass eine derart nachlässige Vorgangsweise die Umgebung mit krebserregenden Asbest-Fasern gefährden hätte können.

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) hatte von einem anonymen Anrufer Kenntnis von den dilettantischen Arbeiten erlangt. Die Behörde schickte einen Sachverständigen, in weiterer Folge wurden der Firmenchef sowie der Betrieb angezeigt.

Der 33-Jährige kam strafrechtlich mit einem blauen Auge davon. Der Richter bot ihm eine Diversion an, der sich auch die Staatsanwältin nicht verschloss. Indem sich der Mann zur Zahlung einer Buße von insgesamt 10.000 Euro bereit erklärte, entgingen er und seine Firma einem Schuldspruch. Eine Vorstrafe weist der 33-Jährige allerdings bereits auf. Ein bei seiner Vorgänger-Firma beschäftigter Arbeiter wurde vor einigen Jahren von einem Balken erschlagen. Der Bauunternehmer wurde dafür wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, weil er nicht dafür gesorgt hatte, dass sein Mitarbeiter den vorgeschriebenen Schutzhelm trug.




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Dokument erstellt am 2018-08-02 17:50:30


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