• vom 03.08.2018, 13:53 Uhr

Stadtleben

Update: 03.08.2018, 13:59 Uhr

Hitzewelle

Grüne: Fiakerpferde schon ab 30 Grad hitzefrei




  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Rot-grüne Stadtregierung setzte erst vor zwei Jahren Regelung durch.

Fiaker-Pferde bekommen eine Abkühlung. - © APAweb, Georg Hochmuth

Fiaker-Pferde bekommen eine Abkühlung. © APAweb, Georg Hochmuth

Wien. Nach geltendem Gesetz bekommen Fiakerpferde in Wien ab 35 Grad hitzefrei. Die Grünen wollen nun eine Grenze von 30 Grad durchsetzen - obwohl man vor zwei Jahren als Regierungspartei die jetzige Regelung gemeinsam mit der SPÖ beschlossen hat. Man könne aber doch noch einmal verhandeln, so Grün-Mandatar Rüdiger Maresch am Freitag am Rande einer Medienaktion des Grünen Tierschutzforums.

"Wir werden weiter dahinter sein, dass hitzefrei ab 30 Grad die Regel ist", versprach Maresch. Dieses Ziel werde auch im neuen Tierschutzprogramm, das gerade in Ausarbeitung sei, stehen. Nachsatz: Ganz oben in der koalitionären Arbeit stehe das Thema für die Grünen nicht. Das 2016 beschlossene rot-grüne Gesetz sei jedenfalls nur ein erster Schritt gewesen: "Davor gab es überhaupt keine dahin gehende Regelung." Die Fiaker hätten sich damals gegen eine strengere Temperaturgrenze quergelegt.

Zuvor hatte sich das Tierschutzforum, eine Vorfeldorganisation der Grünen, am Fiakerstandplatz Stephansplatz mit einem Transparent "Jetzt hitzefrei für Fiakerpferde!" postiert. Die Rösser so hohen Temperaturen auszusetzen, sei nicht tierschutzkonform. Deren "Wohlfühltemperatur" liege bei 25 Grad, erklärte Initiatorin Cosma Stöger. Die Tiere könnten einen Hitzschlag bekommen, wenn sie den ganzen Tag in der Hitze stünden. Noch dazu, da es in Bodennähe viel heißer sei als von der offiziellen ZAMG-Messstelle, auf die sich die Behörde bezieht, gemessen.

Die Aktion sei durchaus ein Auftrag an die eigene Partei, hier noch einmal in Verhandlungen zu treten. "Der Kompromiss ist nicht gut genug."

Pferde stehen in der prallen Sonne

Im Büro von Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) - sie hatte das neue Gesetz 2016 gemeinsam mit Maresch präsentiert - sah man sich am Freitag nicht zuständig für die Materie. Das Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetz gehöre in die Zuständigkeit der MA 65 (Rechtliche Verkehrsangelegenheiten) und diese ressortiere bei Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), hieß es knapp aus dem Sima-Büro.

Forderungen nach einem Betriebsverbot schon unter 35 Grad gibt es regelmäßig auch von Tierschützern - wobei die Organisation "Vier Pfoten" am Freitag zudem forderte, Kutschenfahrten ausschließlich im Grünen stattfinden zu lassen. "Pferde haben im Stadtgebiet absolut nichts verloren", hieß es in einer Aussendung.

Der "Verein gegen Tierfabriken" (VgT) pocht ebenfalls auf eine 30-Grad-Marke, sieht aber auch Probleme bei der aktuellen 35-Grad-Regelung: "Die relevante Messstation der ZAMG ist zwar eine verlässliche Quelle, misst aber nur die Schattentemperatur in der Inneren Stadt. Die Pferde stehen aber stundenlang in der prallen Sonne, der Asphalt reflektiert die Hitze und lässt die Bodentemperatur extrem ansteigen", betonte der VgT kürzlich.

Das hitzebedingte Betriebsverbot wurde seit Inkrafttreten übrigens erst ein einziges Mal schlagend: Am 1. August 2017 wurden in der City 35,4 Grad gemessen. Trotz jüngst andauernder Hochsommertemperaturen war es im heurigen Jahr in der City noch nicht heiß genug - was sich in den kommenden Tagen aber noch ändern könnte.





Schlagwörter

Hitzewelle, Fiaker

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-08-03 13:54:06
Letzte Änderung am 2018-08-03 13:59:20


Vor Gericht

"Ich dachte, dass ich sterben muss"

So sauber und korrekt wie hier soll es bei den Operationen des Angeklagten nicht zugegangen sein: Er soll teils in Straßenkleidung, ohne Mundschutz und Handschuhe operiert haben. - © apa/Roland Schlager Wien. Auch heute noch ist Frau T. von dem Eingriff traumatisiert. Sie beginnt zu weinen, als sie davon erzählt. Erst nachdem ihr ein Wasser gereicht... weiter




Vor Gericht

Verbissen

Den verpflichtenden Hundeführschein für ihren Pitbull hat die Zweitangeklagte nicht gemacht (Symbolfoto). - © afp/Jack Guez Wien. Selbst nach Verhandlungsschluss kehrt keine Ruhe ein. Beschwerden hallen durch den Saal, Angeklagte und deren Angehörige umringen den... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Immer mehr Frauen als Mordopfer
  2. Wiens Pläne laut Juristen unzulässig
  3. 10.000 Blüten für den Blumenball
  4. Mehrere Einsätze für Wiener Feuerwehr wegen Sturmschäden
  5. Erlustigungsrelikt im verwaldeten Landschaftsgarten
Meistkommentiert
  1. Die Not mit der Notwehr
  2. Wiens Pläne laut Juristen unzulässig
  3. Ludwig kontert Kritik von Kurz und Strache
  4. "Ab 2021 sind E-Autos massentauglich"
  5. Keine Toleranz beim Thema Gewalt

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Werbung