• vom 27.08.2018, 15:35 Uhr

Stadtleben

Update: 27.08.2018, 15:37 Uhr

Geisterbeschwörer

Geldstrafe nach Brand in Marx Halle




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • "Geisterbeschwörer" müssen 40.000 Euro zahlen.

Der Brand in der Nacht auf den 10. September 2017 in der denkmalgeschützten Marx-Halle am Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx in Wien-Landstraße entstand im Zuge einer Geisterbeschwörung, die völlig aus dem Ruder lief. - © APA/MA 68 LICHTBILDSTELLE

Der Brand in der Nacht auf den 10. September 2017 in der denkmalgeschützten Marx-Halle am Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx in Wien-Landstraße entstand im Zuge einer Geisterbeschwörung, die völlig aus dem Ruder lief. © APA/MA 68 LICHTBILDSTELLE

Wien. Am Wiener Straflandesgericht ist am Montag das Pärchen, das für den millionenschweren Brand in der Wiener Marx-Halle verantwortlich sein soll, in einer Berufungsverhandlung zu der zusätzlichen Zahlung von 40.000 Euro Schadenersatz verurteilt worden. Die beiden 20-Jährigen erhielten bereits im März am Bezirksgericht Innere Stadt bedingte Freiheitsstrafen.

Bei der Berufungsverhandlung am Montagnachmittag ging es nicht um die Strafbemessung der beiden Beschuldigten, sondern um den dabei verursachten Millionenschaden. Die Versicherung, die sich dem Verfahren als Privatbeteiligte anschloss, wurde bei der Verhandlung am Bezirksgericht mit ihren Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Dagegen legte sie Berufung ein, sodass sich nun das Straflandesgericht damit auseinandersetzen musste.

Geisterbeschwörung lief aus dem Ruder

Der Brand in der Nacht auf den 10. September 2017 in der denkmalgeschützten Marx-Halle am Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx in Wien-Landstraße entstand im Zuge einer Geisterbeschwörung, die völlig aus dem Ruder lief. Die junge Frau und ihr Freund hatten Cannabis konsumiert, als sie im Internet eine Anleitung zum Okkultismus fanden.

Da der Wind im nahe gelegenen Park die Teelichter immer wieder ausblies, begab man sich zur nicht verschlossenen Marx-Halle, um dort das Ritual durchzuführen. Gefundene Fackeln steckte der 20-Jährige in eine Couch. "Es wird schon nichts passieren", will sich seine Freundin gedacht haben. Doch es passierte doch etwas: Eine Fackel fiel um und setzte mit dem darin befindlichen Öl das Möbelstück in Brand.

Pärchen alamierte Feuerwehr

Als sie den rasch ausbreitenden Flammen nicht mehr Herr wurden, machte sich das Pärchen aus dem Staub, bewies aber noch so viel Anstand, unter falschem Namen die Feuerwehr zu alarmieren. Dadurch wurden die jungen Leute auch ausgeforscht und gaben schließlich alles zu. Ein Globetrotter, der mit Erlaubnis mit seinem Wohnwagen in der Halle nächtigte, wachte glücklicherweise auf und brachte sich in Sicherheit.

Im März wurden die beiden am Bezirksgericht wegen des fahrlässigen Herbeiführens einer Feuersbrunst, Gefährdung der körperlichen Sicherheit sowie Sachbeschädigung zu neun bzw. sieben Monaten bedingt verurteilt. Das Berufungsgericht erlegte nun zudem 40.000 Euro Schadenersatz auf. Hinzu kommen Zinszahlungen, da das Michael Niavarani und Georg Hoanzl betriebene "Globe Wien"-Theater in der Marx-Halle beheimatet ist, und erst im Herbst wieder aufsperren kann.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-27 15:36:49
Letzte Änderung am 2018-08-27 15:37:53


Messerattacken

"Das war ein Amoklauf"

WIEN: PROZESS NACH MESSERATTACKEN IN WIEN-LEOPOLDSTADT - © APAweb / Herbert Neubauer Wien. Noch heute leidet Familie H. an den Folgen des 7. März 2018. Damals war das Ehepaar samt Tochter am Nestroyplatz von einem Mann mit einem Messer... weiter




Gericht

"Es ist gut, dass die Schwester tot ist"

20180822_ehrenmord - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Familie. Ständig wird am Mittwoch in Saal 203 des Wiener Straflandesgerichts von ihr geredet. Von ihrem Willen, ihrer Ehre und den Rollen... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rückgang bei Lagezuschlägen erwartet
  2. Wien lehnt Wohnungsdeal endgültig ab
  3. Das grüne Gespenst
  4. Grenzen aus Backstein und Benimmregeln
  5. 22 von 80 Gebäuden dürfen nicht abgerissen werden
Meistkommentiert
  1. Das grüne Gespenst
  2. Ein Buch als Zündstoff für eine Politik-Debatte
  3. "Muss schlichten statt unterrichten"
  4. Wohin die Busse fahren sollen
  5. Chorherr geht mit Jahresende

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Werbung