• vom 29.08.2018, 20:33 Uhr

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  • Ex-Rechtsanwalt soll Kriminellen entscheidenden Tipp für Golddiebstahl gegeben haben.

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Wien. Am 3. Oktober muss sich ein ehemaliger Wiener Rechtsanwalt am Straflandesgericht Wien verantworten, weil er im vergangenen Herbst am Diebstahl von 20 Kilogramm Gold im Wert von rund 700.000 Euro beteiligt gewesen sein soll. Die unmittelbaren Täter - ein namentlich bekannter Rumäne und ein bisher nicht identifizierter Komplize - konnten noch nicht dingfest gemacht werden. Sie werden in Rumänien vermutet.

Der Ex-Anwalt sitzt seit Februar in U-Haft und hat sich mittlerweile von der Anwaltsliste streichen lassen. Er soll den Tätern die entscheidenden Hinweise geliefert haben, sodass diese einer 78-jährigen Frau ihre 20 Goldbarren stehlen konnten. Die allein stehende Dame und der Ex-Anwalt waren freundschaftlich verbunden. Beider Leidenschaft für die Oper hatte sie einander nähergebracht. Sie verbrachten regelmäßig Abende in der Staatsoper und flogen zu Opern-Aufführungen ins Ausland.


Einladung
zur Weinverkostung

Eines Tages vertraute die 78-Jährige ihrem jüngeren Freund an, dass sie ihr gesamtes Vermögen in Gold veranlagt und dieses in ihrer Wohnung in Leopoldstadt aufbewahrt habe. Dieses Wissen gab der 42-Jährige laut Anklage einem rumänischen Kriminellen weiter, den er in seiner Funktion als Anwalt kennengelernt hatte. Am 23. September lud der Jurist die 78-Jährige im Wissen, dass sein rumänischer Bekannter gemeinsam mit einem Mittäter diese Gelegenheit zum Einbruch nutzen würde, zu einer Weinverkostung zu sich nach Hause ein.

Als die 78-Jährige zögerte, schickte er ihr mittels Handy ein Foto des bereits gedeckten Tisches und brachte sie damit außer Haus. Obwohl die beiden Rumänen die Wohnung auf den Kopf stellten und sogar Bohrungen an den Wänden durchführten, um auf einen allenfalls gut verborgenen Tresor zu stoßen, fanden sie das Gold nicht.

Unverrichteter Dinge mussten die Eindringlinge abziehen. Als die 78-Jährige am nächsten Morgen - sie hatte die Nacht bei dem Anwalt verbracht - ihre verwüstete Wohnung entdeckte, brachte der Jurist sie dazu, nicht die Polizei zu verständigen und das Schloss nicht auszutauschen.

Dafür gelang es dem 42-Jährigen, der älteren Dame das Versteck des Goldes zu entlocken. Die Goldbarren befanden sich in einem Geheimfach unter einer Holzabdeckung am Kopfende eihnes Wohnzimmerschranks. Nur einen Tag später drangen die beiden Rumänen neuerlich mit vermutlich duplizierten Wohnungsschlüsseln in die Räumlichkeiten der 78-Jährigen ein, die der Anwalt wiederum zu sich gelockt hatte. Diesmal fanden die Einbrecher, wonach sie gesucht hatten. Seither sind das Gold und die Rumänen verschwunden.

Bis zu zehn Jahre
Haft drohen

Der Ex-Anwalt behauptet, er sei von dem Rumänen, mit dem er seit vier Jahren befreundet war, zu seinem dolosen Verhalten gedrängt worden. Er habe aus Angst mitgemacht. Laut Verteidiger Werner Tomanek wird sich der Angeklagte bis zur Verhandlung um Schadensgutmachung bemühen. Der 42-Jährige besitzt zwei Eigentumswohnungen und ein Wertpapierdepot.

Im Fall eines Schuldspruchs droht dem bisher Unbescholtenen eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren.




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Dokument erstellt am 2018-08-29 16:57:08


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