• vom 31.08.2018, 07:00 Uhr

Stadtleben

Update: 31.08.2018, 11:49 Uhr

Gaming

Spielen mit des Kanzlers Segen




  • Artikel
  • Lesenswert (34)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniel Bischof

  • Die Bundesstelle BuPP im Bundeskanzleramt nimmt digitale Spiele unter die Lupe.

Was passiert, wenn der Affe in den Abgrund stürzt? Solche Fragen werden beim Test geklärt.

Was passiert, wenn der Affe in den Abgrund stürzt? Solche Fragen werden beim Test geklärt.© Nintendo Was passiert, wenn der Affe in den Abgrund stürzt? Solche Fragen werden beim Test geklärt.© Nintendo

Wien. "Wie schwierig ist das Spiel?", fragt Gerhard. "Die ersten Levels sind leicht, danach wird es schwieriger", antwortet Dominik. Detailreich schildert er die Herausforderungen. Viele Leben könne man anfangs ansparen, doch dann werde es tückisch. Besonders das letzte Level, die Eiswelt, verlange dem Spieler alles ab.

Was wie eine Unterhaltung auf einem Schulhof klingt, ist in Wirklichkeit ein Gespräch hochoffizieller Natur. Denn Gerhard und Dominik testen gerade ein Computerspiel - für das Bundeskanzleramt. Dort ist im Bereich Familien und Jugend die Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen (BuPP) angesiedelt. Hinter dem Wortungetüm versteckt sich eine ungewöhnliche Institution: Bei ihren Computerspieltests arbeitet die BuPP nicht mit Verboten, sondern mit Empfehlungen und Informationen. In Deutschland können Spiele hingegen indiziert - also für Jugendliche verboten - werden, auch gibt es eine staatlich anerkannte Altersfreigabe durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).


"Verbote nicht sinnvoll"
"Verbote sind nicht sinnvoll. Sie können in der Regel umgangen werden", meint Gerhard Pölsterl, Mitarbeiter des Bundeskanzleramts in der Abteilung Jugendpolitik, die die BuPP mitbetreut. Daher habe man sich entschlossen, auf die Informationsschiene zu setzen. Einerseits empfiehlt die BuPP digitale Spiele, die in den Bereichen Spielspaß, Pädagogik und Technik positiv hervorstechen. Zudem untersucht sie Titel, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind, auf deren Pros und Contras. Die Ergebnisse werden auf die Website www.bupp.at gestellt.

Mit ihren Empfehlungen und Tests richtet sich die BuPP vor allem an Pädagogen und Eltern, die sich über Spiele informieren wollen oder überlegen, welchen Titel sie ihrem Kind mit gutem Gewissen kaufen können. "Ein Fokus von uns ist auch, dass wir Spiele empfehlen, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern spielen können", sagt Pölsterl, der - wenn es die Zeit zulässt - selbst gerne am Computer spielt.

Alle ein bis zwei Monate tagt die BuPP, um Spiele zu testen. Der Ablauf: Externe Gutachter spielen den Titel im Vorfeld und führen ihn dann den Beamten vor, es folgt eine Diskussion samt Entscheidung, ob etwa eine Empfehlung ausgesprochen wird oder das Spiel lediglich auf der Pro-/
Contra-Liste landet.

Die rund 20 Gutachter sind meist Lehramts-, Informatikstudenten oder Jugendarbeiter. "Ein pädagogischer Hintergrund ist nötig", so Pölsterl. Der überwiegende Teil ist männlich. Pölsterl führt das auf die falsche Selbsteinschätzung potenzieller Gutachterinnen zurück. "Viele von ihnen sind interessiert und qualifiziert. Wenn ich mit ihnen spreche, heißt es aber oft: ,Die Burschen spielen ja viel besser‘". Er versuche das zu entkräften.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-30 17:59:52
Letzte Änderung am 2018-08-31 11:49:51


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Lichterbaum am Christkindlmarkt
  2. "Ich bin ein Einzelkämpfer"
  3. Das große Teilen auf der Straße
  4. Der allerzweckloseste Zweckbau von Pötzleinsdorf
  5. Die Gras-Greißler
Meistkommentiert
  1. Shoah-Gedenkmauer fix
  2. Wien soll 2027 Zwei-Millionen-Stadt werden
  3. Nichts zu machen?
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Zu schnell für den Gehsteig

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Wien

Lichterbaum am Christkindlmarkt

Lichterbaum am Christkindlmarkt Wien. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser haben am Samstagabend am Wiener Rathausplatz mit der...

Fahrrad

"Ich bin ein Einzelkämpfer"

"Ich bin ein Einzelkämpfer" Wien. Vielleicht beginnt man eine Wohnungsbesichtigung bei Michael Strasser am besten am WC. Dort erhält man einen schnellen Überblick darüber...




Werbung