• vom 31.08.2018, 19:31 Uhr

Stadtleben

Update: 06.09.2018, 20:23 Uhr

Kindliche Entwicklung

Mit aufgeschürften Knien Erfahrungen sammeln




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Von Mathias Ziegler

  • Die Überprüfung der Schulreife wird per 1. September vereinheitlicht. Zu wünschen übrig lässt die Grobmotorik vieler Kinder. Vor allem Schwimmtrainer schlagen Alarm. Sorgen macht Pädagoginnen auch das Sicherheitsdenken der Eltern.

Immer weniger Schulanfänger können schwimmen. - © stock.adobe.com/www.sentello.de/Patrik Skovran

Immer weniger Schulanfänger können schwimmen. © stock.adobe.com/www.sentello.de/Patrik Skovran



Wien. Adrian und Sophie trennen sechs Tage - und ein ganzes Schuljahr. Denn während Sophie am 27. August ihren siebenten Geburtstag gefeiert hat und deshalb schon seit vorigem Herbst in die Schule geht, wird Adrian erst am 2. September sieben, und seine Eltern haben die Option wahrgenommen, ihn erst heuer mit der Schule beginnen zu lassen. Der 31. August ist bekanntlich der Stichtag in Sachen Schulpflicht.

Statt der Jüngste in der Klasse ist Adrian nun der Älteste. "Die Ehrenrunde in der ‚geschützten Werkstatt‘ Kindergarten hat ihm eindeutig gutgetan", sagt sein Vater. "Er ist in vielen Bereichen weiter als ich beim Schuleintritt war." Als Spätstarter ist Adrian laut einer Studie der Universität Stanford im Vorteil. Demnach haben Kinder, die ein Jahr später in die Schule kommen, weniger Aufmerksamkeitsstörungen und sind seltener hyperaktiv, was ihnen später bessere Noten beschert.

Die Altersdispens wird selten genutzt. Das habe auch finanzielle Gründe, meint Susanna Haas, die Pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung, die in Wien mehr als 80 Kindergärten und Horte führt. Während das letzte verpflichtende Kindergartenjahr gratis ist, muss ein weiteres freiwilliges bezahlt werden. "Das ist dann auch ein soziales Thema", sagt Haas im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die St. Nikolausstiftung bekommt bei rund 1300 Schulanfängern pro Jahr nur zwei bis drei Verlängerungsanfragen. Gut täte es mehr Kindern, meint Haas. "Bei manchen müsste es wahrscheinlich gar kein ganzes weiteres Jahr sein, da täten schon ein paar Monate gut."

Vereinheitlichung bei der Schulreife

Öfter der Fall ist, dass Kinder wegen mangelnder körperlicher oder geistiger Reife zwecks entsprechender Förderung in die Vorschule kommen. So sind 2721 der insgesamt 20.207 Wiener Schulanfänger Vorschüler. Mit 13,4 Prozent ist der Anteil der Vorschüler in Wien etwas höher als im österreichischen Durchschnitt (8590 von 85.081 Schulanfängern - 9 Prozent), die Spitzenreiter sind allerdings Salzburg (19,8 Prozent) und Vorarlberg (16,9 Prozent). In der Steiermark sind es hingegen 0,6 Prozent, im Burgenland 1,5 Prozent. Das "nullte Schuljahr" in der Vorschule ist übrigens gratis.

Zur Überprüfung der Schulreife gab es bisher keine einheitliche, zentral vorgegebene Methodik, sagt Matias Meissner, Sprecher des Wiener Stadtschulrats. "Es galt die gesetzliche Definition, dass sich Schulreife aus sozialen, emotionalen, kognitiven, sprachlichen und motorischen Kompetenzen konstituiert. Die Art der Überprüfung war an den Schulen unterschiedlich." Das ändert sich jetzt: Eine Verordnung per 1. September vereinheitlicht die Überprüfung (siehe Infokasten). Die neuen Diagnostikverfahren sollen bei der kommenden Schuleinschreibung an 100 Schulen getestet werden, ehe sie 2020 flächendeckend zum Einsatz kommen.




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Dokument erstellt am 2018-08-31 16:57:02
Letzte Änderung am 2018-09-06 20:23:54


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