• vom 03.09.2018, 12:41 Uhr

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Update: 03.09.2018, 23:48 Uhr

Puppentheater

Kasperl und Pezi gehen in Pension




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Von WZ Online, APA

  • Aus nach 68 Jahren: Traditionsreiches Wiener Puppentheater schließt 2019.

Abschied nach 68 Jahren:  Urania-Puppentheater schließt im kommenden Jahr. - © APAweb / Helmut Fohringer

Abschied nach 68 Jahren:  Urania-Puppentheater schließt im kommenden Jahr. © APAweb / Helmut Fohringer

Wien.Nach 68 Jahren schließt das Puppentheater in der Wiener Urania. Da Direktor Manfred Müller im kommenden Jahr in den Ruhestand tritt und bisher kein Nachfolger, der das Unternehmen auch kaufen würde, gefunden wurde, wird die kommende Saison die letzte sein, teilte Müller in einer Aussendung am Montag mit. Die letzte Vorstellung findet am 28. April 2019 statt.

Ab Mai 2019 werden Interessenten die Möglichkeit haben, sowohl die Bühne als auch die Ton- und Lichttechnik sowie Originalkulissen zu kaufen. Auch die rund 400 Puppen werden zum Kauf angeboten, hieß es in der Aussendung.

Gibt es Hoffnung für den Traditionsbetrieb?

Kasperlfan Hegel

Kasperlfan Hegel Kasperlfan Hegel

Möglicherweise gibt es aber Hoffnung für den Traditionsbetrieb. In den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook formierte sich am Montag bereits eine Initiative gegen die Schließung. So kündigte etwa SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda an, das Aus für den Kasperl gemeinsam mit anderen Engagierten verhindern zu wollen.

Information

Historischer Hintergrund

Unter dem Einfluss der Klassik wurden die Theater des deutschen Sprachraums zu moralischen Anstalten umgemodelt. Die beliebten Hanswurstiaden fielen der Zensur zum Opfer.

Einzig in Wien hielt sich die seit dem Mittelalter beliebte "lustige Figur" auf der Bühne. Die Schauspieler Josef Anton Stranitzky und Johann Josef La Roche verhalfen dem Kasperl im 18. Jahrhundert zu einer enormen Popularität. Sogar der Philosoph Georg Wilhelm Hegel hat den "weltberühmten Kasperl im Leopoldstädtischen Theater" bei einem Wienaufenthalt gleich zweimal besucht.

Auch SPÖ-Chef Christian Kern äußerte sich zur Schließung: "Die Sehnsuchtsorte einer Wiener Kindheit: der Kasperl in der Urania, der Wiener Eislaufverein und der Tichy am Reumannplatz. Heimat pur! Dort war ich mit meinen Eltern, mit meinen Kindern und dort werde ich eines Tages mit meinen Enkerl hin."

Das Puppentheater wurde von Marianne und Hans Kraus gegründet. Zu Weihnachten 1950 fand die erste Vorstellung in der Urania statt. 1957 wurde das Kasperltheater erstmals im ORF ausgestrahlt.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-03 12:44:46
Letzte Änderung am 2018-09-03 23:48:25


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