• vom 05.09.2018, 16:24 Uhr

Stadtleben

Update: 05.09.2018, 16:43 Uhr

Korruption

Affäre um gelöschte Parkstrafen weitet sich aus




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Mitarbeiter der Parkraumüberwachung sollen missbräuchlich Parkstrafen storniert haben, die Ermittlungen laufen. (Symbolfoto) - © APAweb, ANGELIKA KREINER

    Mitarbeiter der Parkraumüberwachung sollen missbräuchlich Parkstrafen storniert haben, die Ermittlungen laufen. (Symbolfoto) © APAweb, ANGELIKA KREINER

    Wien. Mehrere Mitarbeiter der Wiener Parkraumüberwachung (MA67) sollen missbräuchlich eigene Parkstrafen gelöscht haben. Auch die Vergehen von Verwandten und Bekannten sollen getilgt worden sein. Bisher wurden zwei Personen entlassen und fünf weitere vom Dienst freigestellt, teilten Polizei und MA67 am Mittwoch mit. Die Erhebungen sind noch nicht abgeschlossen, die Kontrollen aller Mitarbeiter wurden verstärkt.

    "Es gibt noch weitere Ermittlungen", sagte Manfred Reinthaler, Vorstand des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Wiener Polizei. Die bisherige Zahl der Verdächtigen betreffe zwei Entlassungen in der Vorwoche und fünf Dienstfreistellungen vom heutigen Mittwoch. Die Ermittlungen laufen auf zwei Ebenen, "strafrechtlich durch das Amt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung sowie dienstrechtlich durch die MA 67", so Reinthaler.


    Viele Details noch unklar
    Die verdächtigen Mitarbeiter waren nach Bekanntwerden eines "ersten Falls der missbräuchlichen Stornierung von Parkstrafen durch ein Organ der Parkraumüberwachung" ausgeforscht worden, hieß es. Nach Medienberichten war Mitte August eine hochrangige Personalvertreterin der Magistratsabteilung aufgeflogen, die seit Februar 2016 mehrere Parkvergehen von sich selbst und ihrer Tochter storniert haben soll.

    Ob die Mitarbeiter in Absprache gehandelt haben, ist laut Reinthaler "noch Gegenstand von Ermittlungen", ebenso die genaue Anzahl der grundlos stornierten Strafen. Auch die jeweiligen Zeiträume, in denen die Parksheriffs Strafzettel aus dem System gelöscht haben, müssen noch erhoben werden.

    Bericht: Bis zu 50 Verdächtige
    Die Tageszeitung "Heute" berichtete am Mittwoch online von 30 bis 50 Verdächtigen, die des Amtsmissbrauchs beschuldigt werden. Jedem weiteren Verdachtsfall wird laut MA67 und Polizei nachgegangen. Bei Personen, bei denen sich der Verdacht erhärtet, zieht die Stadt sofort dienstrechtliche Konsequenzen und veranlasst die sofortige Entlassung, wurde betont. Seit 2012 sind die Organe der Parkraumüberwachung (PÜG) der Polizei zugeteilt und stehen unter der Aufsicht der Polizei. Dienstrechtliche Konsequenzen werden jedoch von der Stadt gezogen.

    Um solche Handlungen einzelner Kontrollorgane schneller feststellen zu können, soll ein automatisierter Kontrollmechanismus eingerichtet werden. Dazu gebe es nun Gespräche zwischen der MA 67 und der Landesverkehrsabteilung der Polizei.




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-09-05 16:32:55
    Letzte Änderung am 2018-09-05 16:43:26



    Vor Gericht

    "Ich dachte, dass ich sterben muss"

    So sauber und korrekt wie hier soll es bei den Operationen des Angeklagten nicht zugegangen sein: Er soll teils in Straßenkleidung, ohne Mundschutz und Handschuhe operiert haben. - © apa/Roland Schlager Wien. Auch heute noch ist Frau T. von dem Eingriff traumatisiert. Sie beginnt zu weinen, als sie davon erzählt. Erst nachdem ihr ein Wasser gereicht... weiter




    Vor Gericht

    Verbissen

    Den verpflichtenden Hundeführschein für ihren Pitbull hat die Zweitangeklagte nicht gemacht (Symbolfoto). - © afp/Jack Guez Wien. Selbst nach Verhandlungsschluss kehrt keine Ruhe ein. Beschwerden hallen durch den Saal, Angeklagte und deren Angehörige umringen den... weiter





    Werbung



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Rechnungshof kritisiert zu teure Poller
    2. "Modal Split ist bezirksabhängig"
    3. Brauner verlässt Parteivorstand
    4. "Ich war in so einer Spirale"
    5. Der berühmteste Katzenfreak von Wien
    Meistkommentiert
    1. Mehr Sicherheit vor Schulen
    2. "Milli Görüs ist extrem anti-integrativ"
    3. Neos fordern 13,8 Millionen Euro für sicherere Schulwege
    4. Die Letzten werden die Ersten sein
    5. Schwere Vorwürfe gegen Wiener Polizisten

    Edip Sekowitsch

    "Der Setschko war ein Fighter"

    Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




    Holzhochhaus

    Hoch hinaus mit Holz

    Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




    Geschichte

    Bitte à la Giraffe!

    Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter





    Tiere in Wien

    Mama als Hängematte

    20190131Faultier-Baby in der Hängematte namens Mama - © Norbert Potensky Wien. Rund 14 Stunden am Tag dösen die beiden Faultiere Alberta und Einstein im Tiergarten Schönbrunn vor sich hin... weiter






    Werbung