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Update: 10.09.2018, 21:35 Uhr

Zirkus

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Von Mathias Ziegler

  • Roncalli-Artistin und Direktorentochter Vivian Paul über den Zauber und das Risiko der Luftakrobatik.

Waghalsige Clownerie am Trapez: "The Flying Jalapeños & Chistirrin" auf den Spuren von Zirkus-Legende Charlie Rivel. - © Roncalli

Waghalsige Clownerie am Trapez: "The Flying Jalapeños & Chistirrin" auf den Spuren von Zirkus-Legende Charlie Rivel. © Roncalli



Hochstapler: Haitao Kong balanciert unter der Kuppel.

Hochstapler: Haitao Kong balanciert unter der Kuppel.© Roncalli Hochstapler: Haitao Kong balanciert unter der Kuppel.© Roncalli

Wien. Sie gehören zum Zirkus wie die Clowns: die Luftakrobaten an Trapez, Seil oder Ring. Beim aktuellen Roncalli-Gastspiel "Storyteller" (ab Mittwoch auf dem Wiener Rathausplatz) gibt es sogar mehrere Artisten, die in bis zu zehn Metern Höhe ihre atemberaubenden Kunststücke zeigen.

Eine davon ist Vivian Paul, die ältere Tochter von Roncalli-Gründer Bernhard Paul, die gemeinsam mit ihrer Partnerin Natalia Rossi als "Queens of Baroque" an einem Kronleuchter hängt. Das Gefühl, über den Köpfen von 1500 Leuten zu schweben, kann sie schwer in Worte zu fassen. "Es ist einfach unglaublich. Zugleich bin ich aber auch ein sehr nervöser Mensch, mir ist die Gefahr sehr bewusst", bekennt sie im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Sie weiß aber genau, was sie kann - und was nicht. Und würde auch nie ein unnötiges Risiko eingehen. "Man darf nie denken: ,Ich mache das jetzt mal eben.‘ Wenn das passiert, kann es richtig wehtun." Ohne Sicherheitsnetz oder Seil tritt bei Roncalli jedenfalls kein Luftakrobat auf.

Information

Circus Roncalli: "Storyteller: Gestern - Heute - Morgen"

12. September bis 14. Oktober 2018, Wiener Rathausplatz

Dienstag bis Samstag 15 und 19.30 Uhr, Sonntag 14 und 18 Uhr

Denn mahnende Beispiele gibt es genug. So hat sich Brian von den vier Cedeño Brothers voriges Jahr am Knie verletzt, als er von einem Bruder in Kopfhöhe mit den Füßen jongliert wurde und beim Hinunterfallen schlecht aufkam. "Es gibt natürlich immer irgendwelche Verrückten, die ohne Sicherung durch die Luft schwingen oder in ein paar Metern Höhe übers Seil tanzen", sagt Vivian Paul, die bei männlichen Akrobaten eher eine Tendenz zu solchen Waghalsigkeiten sieht. Sie selbst ist zum Glück bisher noch nie abgestürzt. Und wenn, dann hätte sie absolutes Vertrauen in den Mann am anderen Ende des motorgestützten Sicherungsseils: "Den kenne ich, seit ich ein kleines Kind war, er ist wie ein Onkel für mich. Und ich glaube, er hat oft mehr Angst als ich."

Lieber zu zweit
als alleine in der Luft

Absolutes Vertrauen hat sie auch in ihre Partnerin am Kronleuchter. Während Vivian Paul ihre bisher 29 Lebensjahre - mit Ausnahme einer "kleinen Verirrung" als 16-Jährige, wie sie es einmal genannt hat - im Circus Roncalli verbracht und dabei von verschiedensten Artisten gelernt hat, heiratete Natalia Rossi in die Truppe ein. Für Vivian ein Glücksfall, denn sie bekam dadurch eine Partnerin, die davor schon bei einer Luftakrobatiktruppe war und dank entsprechender Ausbildung für die aktuelle Nummer die Choreografie entwickelt hat. Außerdem gehört Vivian zu den Artisten, die lieber zu zweit als alleine in der Luft agieren. "Es gibt aber auch welche, die sich solo sicherer fühlen."




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-10 13:48:32
Letzte Änderung am 2018-09-10 21:35:15


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