• vom 04.10.2018, 17:40 Uhr

Stadtleben


Angewandte

Fluxraum statt Container




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  • Neue Dependance der Universität für Angewandte Kunst in der Vorderen Zollamtsstraße soll tausend Uni-Angehörigen Platz bieten.

- © apa/Herbert Pfarrhofer

© apa/Herbert Pfarrhofer

Wien. Die letzte Erweiterung der Universität für Angewandte Kunst stammt aus 1962, kurz nach ihrem 150-Jahr-Jubiläum hat sie nun auf der gegenüberliegenden Seite des Wienflusses zusätzlichen Platz bekommen: Eine neue Dependance auf der Vorderen Zollamtsstraße 7 ersetzt viele bisherige Exposituren samt Container. Am Donnerstag wurde sie eröffnet - für Rektor Gerald Bast eine "Erlösung", wie er sagt.

Auf sieben Etagen bietet der neue Bau, der früher vom Finanzministerium und im Jahr 2015 als Notquartier für Flüchtlinge genutzt wurde, Platz für gut tausend Studenten, Lehrende und Mitarbeiter der Bereiche Bildende Kunst, Kunstpädagogik und der wissenschaftlich-theoretischen Abteilungen. Damit bekommen alle Institute "mehr Platz - wenn auch nicht rasend viel", so Bast. Aus seiner Sicht war es höchste Zeit für eine Erweiterung. Die Zahl der Studenten seit den Sechzigern von rund 500 auf 1900 angewachsen. Dazu komme, dass die Uni sich seither geöffnet habe, pro Jahr gebe es mehrere 100 öffentliche Veranstaltungen.


Im Vergleich zum alten Gebäude ist in der Dependance, die in Sichtweite zum Hauptgebäude am Oskar-Kokoschka-Platz liegt, kaum ein Stein auf dem anderen geblieben: Nur die Außenmauern des ehemaligen Zollamtsgebäudes von Ende des 19. Jahrhunderts blieben erhalten, der Rest wurde komplett entkernt und es wurden - vielfach unter Einbindung der künftigen Nutzer - neue Räume errichtet.

Neben der großen Bibliothek im obersten Stock wurden von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in zwei Jahren Bauzeit eine Cafeteria, Studios, Arbeitsräume und sogenannte "Fluxräume" geschaffen, die flexibel genutzt und deren Glaswände komplett geöffnet werden können. 39 Millionen Euro wurden dafür in die Hand genommen. Eine besondere Herausforderung für das Architekturbüro Riepl Kaufmann Bammer war dabei die durch den Keller verlaufende Strecke der U-Bahnlinie U4.

Neben dem Erweiterungsbau wurde auch der an den historischen Ferstltrakt anschließende, in den 1960ern errichtete Schwanzertrakt des Angewandten-Hauptgebäudes um 27 Millionen Euro generalsaniert und etwa in Sachen Brandschutz, Sanitäranlagen und Lüftungsanlagen auf den letzten Stand gebracht.

Der Erweiterungsbau der Angewandten hat eine längere Geschichte. Zuletzt war Bast mit seinen Plänen im Jänner 2014 gescheitert: Wegen Platzmangels und des desolaten Zustands hatte das Gebäude der Angewandten eigentlich 2013 saniert und erweitert werden sollen. Für das Projekt war ein Architekturwettbewerb abgehalten worden, im Februar 2012 wurde das Siegerprojekt des Architekten Wolfgang Tschapeller präsentiert. Schließlich zog das Wissenschaftsministerium zurück, nachdem die Kosten für das Projekt sich innerhalb eines Jahres auf 105 Millionen Euro verdoppelt haben und das Finanzministerium das nicht finanzieren wollte.




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Dokument erstellt am 2018-10-04 17:51:32


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