• vom 04.10.2018, 19:00 Uhr

Stadtleben

Update: 04.10.2018, 19:43 Uhr

Schifffahrt

Kritik an Schiffanlegestellen




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Stadtrechnungshof ortet Mängel bei Verkehrsleitsystem. Der Betreiber verspricht Verbesserung.

Nachgebessert werden muss das Verkehrskonzept rund um den Personenhafen, so die Prüfer. - © Eva Kelety

Nachgebessert werden muss das Verkehrskonzept rund um den Personenhafen, so die Prüfer. © Eva Kelety

Wien. (apa/rös) 350.000 Passagiere pro Jahr zählen das Wiener Schifffahrtszentrum bzw. die dortigen Anlegestellen bei der Reichsbrücke am Handelskai. Der Stadtrechnungshof ärgert sich in einem aktuellen Bericht über die dortige Verkehrssituation - allerdings nicht am Wasser, sondern im Uferbereich. Mangelhafte Beschilderungen oder widersprüchliche Kennzeichnungen würden zu Verwirrung oder gar Gefahr führen.

Insgesamt zwölf Anlegestellen für Donau-Kreuzfahrtschiffe zählt das Areal, die Passagiere werden oftmals von Bussen für Ausflüge oder eine Stadtbesichtigung abgeholt. Betrieben wird die Anlage von der "Wiener Donauraum Länden und Ufer Betriebs- und Entwicklungs GmbH". Der Stadt-RH hat sich nun das 2015 im Zuge der großen Umgestaltung neu implementierte Verkehrskonzept angesehen. Bei diversen Lokalaugenscheinen mussten sich die Prüfer über so einiges ärgern: "Unübersehbar waren die zahlreichen Mängel bzw. Schwächen des Konzepts und seiner Umsetzung."


Verwirrende Verkehrszeichen
Konkret geht es um die Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten zu bzw. von den einzelnen Anlegestellen für Taxis oder Busse. Ein eigenes Verkehrskonzept soll Konflikte mit Radfahrern, Spaziergängern oder zwischen einzelnen Touristenbussen vermeiden. Den strengen Blicken der Prüfstelle genügten die einzelnen Maßnahmen allerdings nicht: "Diverse Verkehrszeichen entsprachen nicht den Bedürfnissen das Verkehrskonzept umzusetzen bzw. konterkarierten dieses sogar. Auch die Aufstellungsorte und die Ausrichtung der Verkehrszeichen schienen in mehreren Fällen willkürlich und am Bedarf vorbei gewählt worden zu sein."

Nicht beschilderte Einbahnen, auf Treppelwegen fahrende oder abgestellte Fahrzeuge mangels Verbotszeichen, schlecht sichtbare Kennzeichnungen der dortigen Begegnungszone, veraltete Bodenmarkierungen ohne "sichernden, leitenden oder ordnenden Geist" sowie Sperrlinien auf einem Teil des Buswendeplatzes, der das rechtmäßige Umkehren eigentlich verunmöglicht - all das führt der Stadt-RH auf mehreren Seiten in aller gebotenen Präzision an.

Und auch ein quasi fremdländischer Gefahrenhinweis erregte die Aufmerksamkeit der Prüfer: "Zur Warnung vor der Gefahr, in die Donau zu stürzen, bediente sich die Wiener Donauraum GmbH eines Verkehrszeichens aus der deutschen Straßenverkehrsordnung, das einen über einen befestigten Absatz ins Wasser fallenden Pkw symbolisiert."

Der Stadt-RH drängt auf entsprechende Überarbeitungen und Korrekturen und regt zudem an, eventuell den Bus- und Taxiplatz etwas weiter vom Anlegegelände entfernt anzusiedeln, um so das Verkehrsaufkommen unmittelbar im Uferbereich zu minimieren. Denn in der derzeitigen Situation herrsche eher der Eindruck, "Verkehrsteilnehmer auf einer stark befahrenen Straße zu sein, stets auf der Hut, nicht in Konflikt mit anderen Verkehrsteilnehmern zu kommen".

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Schifffahrt, Wien

3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-04 17:51:35
Letzte Änderung am 2018-10-04 19:43:13


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Darf ich Ihr Auto kaufen?
  2. Größte Pleite des Jahres
  3. Einigung auf Bauordnung
  4. Justiz ließ verurteilten Posträuber laufen
  5. Stadt Wien muss Namensschilder austauschen
Meistkommentiert
  1. Mit Law-and-Order gegen Kampfhunde
  2. Darf ich Ihr Auto kaufen?
  3. Stadt Wien muss Namensschilder austauschen
  4. "Noch zu wenig E-Autos, die Öffis behindern könnten"
  5. Verfahren verschleppt

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Werbung