• vom 05.10.2018, 15:11 Uhr

Stadtleben

Update: 05.10.2018, 22:01 Uhr

Reumannplatz

"Wir sind gegen eine Kommerzzone"




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (24)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Umgestaltung des Reumannplatzes: Bürgerinitiative lehnt Vorstoß der lokalen Unternehmer ab.

"Der Reumannplatz ist das letzte Refugium, wo man sich hinsetzen kann ohne permanenten Konsumzwang", sagt Alice Fehrer von der Bürgerinitiative. - © Moritz Ziegler/Wiener Zeitung

"Der Reumannplatz ist das letzte Refugium, wo man sich hinsetzen kann ohne permanenten Konsumzwang", sagt Alice Fehrer von der Bürgerinitiative. © Moritz Ziegler/Wiener Zeitung



Wien. Die geplante Umgestaltung des Reumannplatzes bereitet einer Bürgerinitiative Sorgen. Durch die Verlängerung der U1 und die damit verbundene Kurzführung der Straßenbahnlinie 67 entstand Raum für neue Nutzungen. Die Wirtschaftskammer und die Bezirksvorstehung wünschen sich einen Gastro-Pavillion, die "Initiative Offener Reumannplatz" befürchtet eine Kommerzialisierung des Platzes.

"Der Reumannplatz ist das letzte Refugium, wo man sich hinsetzen kann ohne permanenten Konsumzwang", sagt Alice Fehrer, Mitglied der Initiative, bei einem Pressegespräch am Freitag. Auch ihr Kollege Georg Kö spricht sich für einen "für alle offenen Platz, der nicht sozial segmentiert" aus und kritisiert die geplante "Kommerzzone."

Lokale Unternehmer fordern Gastrobereich

Im vergangenen Jahr beauftragte die Stadt ein Planungsbüro damit, einen Beteiligungsprozess durchzuführen und die Ergebnisse in ein Gestaltungskonzept einzuarbeiten. Dieses Konzept, das mehr Grünflächen und keine wirtschaftliche Nutzung vorgesehen habe, werde nun über Bord geworfen, kritisiert die Initiative.

Denn eine Gruppe lokaler Unternehmer, zu denen unter anderem Eissalonbesitzer Kurt Tichy zählt, fordert einen Gastronomiebereich zur Belebung des Platzes. Nach ihren Vorstellungen soll am Ort der früheren Straßenbahnhaltestelle ein Gastro-Pavillon mit rund 400 Quadratmetern entstehen. Das Bauwerk solle "luftig und modern gestaltet" sein, mit je Hundert Sitzplätzen innen und außen Platz für mehrere Anbieter bieten und öffentlich zugängliche Sanitärräume beinhalten, heißt es in der Aussendung der Wiener Wirtschaftskammer.

Auf dem Rendering, das die Kammer Anfang September veröffentlichte, sind die vielen Sitzbänke, die den Reumannplatz derzeit auszeichnen, nicht zu sehen. Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) habe im Gespräch mit der Initiative dagegen zwar versichert, dass die konsumfreien Sitzmöglichkeiten sogar noch ausgebaut werden sollen, räumt Fehrer ein, glauben will sie das aber nicht.

Die im Rahmen des Beteiligungsprozesses erstellte Sozialraumanalyse habe gezeigt, dass die Bevölkerung den Platz eben deshalb schätze, weil er für alle offen und keine Kommerzzone sei, sagt Kö. Eine "Prosecco-Bar" mit gehobener Gastronomie werde nicht lange funktionieren und das Gebäude bald leer stehen, glaubt er.

Rund um den Reumannplatz gebe es außerdem bereits ausreichend Gastronomie, findet Oswald Kuppelwieser, ebenfalls Mitglied der Initiative und ehemaliger Klubobmann der Grünen in Favoriten. "Das Argument, es gäbe hier keine Möglichkeit, sich mit Essen und Trinken zu versorgen, ist hanebüchen."

Stattdessen wünscht sich die Initiative Raum zur Vernetzung verschiedener Kultureinrichtungen, einen Gemeinschaftsgarten und mehr Grünflächen.






2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-10-05 15:21:34
Letzte Änderung am 2018-10-05 22:01:41


Vor Gericht

"Ich dachte, dass ich sterben muss"

So sauber und korrekt wie hier soll es bei den Operationen des Angeklagten nicht zugegangen sein: Er soll teils in Straßenkleidung, ohne Mundschutz und Handschuhe operiert haben. - © apa/Roland Schlager Wien. Auch heute noch ist Frau T. von dem Eingriff traumatisiert. Sie beginnt zu weinen, als sie davon erzählt. Erst nachdem ihr ein Wasser gereicht... weiter




Vor Gericht

Verbissen

Den verpflichtenden Hundeführschein für ihren Pitbull hat die Zweitangeklagte nicht gemacht (Symbolfoto). - © afp/Jack Guez Wien. Selbst nach Verhandlungsschluss kehrt keine Ruhe ein. Beschwerden hallen durch den Saal, Angeklagte und deren Angehörige umringen den... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Tourist Central
  2. Schlechtes Klima in der Hofreitschule
  3. "Nächtigungszahlen sind uninteressant"
  4. Immer mehr Frauen als Mordopfer
  5. Wiens Pläne laut Juristen unzulässig
Meistkommentiert
  1. Wiens Pläne laut Juristen unzulässig
  2. Ludwig kontert Kritik von Kurz und Strache
  3. "Ab 2021 sind E-Autos massentauglich"
  4. Tourist Central
  5. Keine Toleranz beim Thema Gewalt

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Werbung