Als Plakat zu sehen: Malermeister Sandor Körösi und Sohn Raffael, der den Familienbetrieb einmal übernehmen will. - © wko
Als Plakat zu sehen: Malermeister Sandor Körösi und Sohn Raffael, der den Familienbetrieb einmal übernehmen will. - © wko

Wien. (apa/rös) "Alte Meister" hängen bald in ganz Wien: Grund dafür ist die neue Kampagne der Wiener Wirtschaftskammer (WKW). Unter dem Motto "Alte Meister. Junge Helden" will man mit Porträts altgedienter Handwerker die Lust bei der Jugend wecken, ebenfalls eine Lehre als Tischlerin, Bäcker, Schneiderin oder Rauchfangkehrer zu beginnen. Denn kleine Gewerbebetriebe seien wichtig für den Wirtschaftsstandort.

Sieben Sujets werden affichiert und sind demnächst auf Plakaten, Infoscreens und einer Straßenbahn zu sehen. Zusätzlich fertigte Fotograf Christian Skalnik rund 20 Einzelporträts von Gewerbetreibenden in Schwarz-Weiß an, die am Mittwoch in der Galerie Ostlicht präsentiert wurden und als Startschuss der Werbeoffensive dienten. Die Fotografien sind dort allerdings nur noch bis inklusive morgen, Donnerstag, zu sehen. Danach wandern sie durch die verschiedenen Häuser der Wirtschaftskammer, hieß es.

"Rückgrat der Wirtschaft"

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bezeichnete bei der Präsentation die Klein- und Mittelbetriebe als "Rückgrat" der Wiener Wirtschaft. Die Kampagne solle die Menschen hinter dem Handwerk vor den Vorhang holen und junge Menschen für derlei Berufe interessieren.

Ludwig verwies zudem auf das gemeinsame Bemühen von Stadt und Kammer, mehr Lehrstellen schaffen zu wollen. Nicht zuletzt deshalb habe er bereits im Juni zusammen mit Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck die "Zukunftsvereinbarung für Wien" unterzeichnet - ein Arbeitsprogramm, das als Schwerpunkte Verwaltungsvereinfachungen, Fachkräfteausbildung und Infrastrukturausbau vorsieht.

"Gerade in Handwerksberufen gilt, dass Tradition die Weitergabe des Feuers ist und nicht die Anbetung der Asche. Ohne die alten Meister wird es in Zukunft keine jungen Helden geben", erklärte Walter Ruck. Und er betonte, dass die Weitergabe von Betrieben innerhalb der Familie nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch sozial- und gesellschaftspolitisch wünschenswert sei. Laut Kammer gibt es in Wien im Bereich Handwerk und Gewerbe 48.000 Mitgliedsbetriebe und 153.000 Beschäftigte.