• vom 21.02.2015, 14:00 Uhr

Wien

Update: 22.06.2015, 10:51 Uhr

Landstraße

Im Windschatten der City




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Von Barbara Sorge

  • Der 3. Bezirk profitiert von der Nähe zur Inneren Stadt, was aber auch Probleme mit sich bringt. Seine Besonderheiten sind die Vielfalt und die Struktur.

Das Herz des Bezirks pulsiert - neben Wien Mitte - am Rochusmarkt. Gemeindebauten wie der Rabenhof, Gründerzeithäuser und kulturelle Einrichtungen wie das Hundertwasserhaus machen das vielfältige Gesicht von Landstraße aus (von rechts unten gegen den Uhrzeigersinn). - © Luiza Puiu

Das Herz des Bezirks pulsiert - neben Wien Mitte - am Rochusmarkt. Gemeindebauten wie der Rabenhof, Gründerzeithäuser und kulturelle Einrichtungen wie das Hundertwasserhaus machen das vielfältige Gesicht von Landstraße aus (von rechts unten gegen den Uhrzeigersinn). © Luiza Puiu

Wien. Die Fasangasse hat ihre besten Zeiten als Einkaufsstraße hinter sich. Billig-Geschäfte dominieren hier die Gegend zwischen Botanischem Garten, Schnellbahn und Gürtel. Immer mehr Geschäftslokale stehen leer. Das war nicht immer so, sagt Wolfgang Gromes vom gleichnamigen Feinkostladen, den es seit 1932 in der Fasangasse 18 gibt: "Die Geschäftsleute stöhnen unter den hohen Mieten, die schon viele in den Ruin getrieben haben, und unter der Konkurrenz durch die Einkaufszentren." Neben der "Mall" in Wien Mitte und der Galleria zieht auch der Hauptbahnhof Kunden ab. Und am Rochusmarkt soll in der neuen Zentrale der Post AG ebenfalls ein Einkaufszentrum entstehen.

An qualitätsvollen, internationalen Geschäften fehle es zwar und das Flair der Fasangasse könnte besser sein. Dennoch sind Gisela Hruzek und Hyungmi Kim gerne im Fasanviertel zu Hause. "Vorher habe ich im 19. Bezirk gewohnt, da habe ich zwei Autos gebraucht", erzählt Kim. "Hier habe ich alles in der Nähe". Auch Hruzek schwärmt: "Ich bin schnell in der City, aber auch gleich am Flughafen."

Die City, die ist vom Zentrum des Bezirks - dem Bahnhof Wien Mitte und der Landstraßer Hauptstraße - nur einen Steinwurf entfernt. Regierungsgebäude, Botschaften, große bürgerliche Viertel - das bringt die Lage auf der anderen Seite des Wienflusses, der hier die Grenze zur Inneren Stadt bildet, mit sich. Präsentiert sich der Bezirk zur City hin mondän und hipp mit Lokalen wie Joseph Brot, zeigt er weiter Richtung Simmering mit Betrieben wie Siemens und Henkel und großen Gemeindebauanlagen wie dem Rabenhof seine Industrie- und Arbeiterviertel. Die Architektur spiegelt diese Vielfalt mit Gründerzeithäusern, Nachkriegsgebäuden und Gemeindebauten. Auch die Bevölkerung ist mit einem Ausländeranteil von rund 26 Prozent durchmischt - die größte Community stellen laut MA 23 (Statistik) Staatsangehörige aus Serbien, knapp gefolgt von den Deutschen. Es ist diese vielfältige Struktur, die für Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ) das Besondere des Bezirks ausmacht.

Weltkulturerbe-Status der City als Herausforderung
Die SPÖ stellt seit 1946 den Bezirksvorsteher - seit 25 Jahren steht Hohenberger an der Spitze. Das größte Projekt, das in dieser Zeit fertiggestellt wurde, ist Wien Mitte: "Es hat mich in meiner ganzen bisherigen Zeit als Bezirksvorsteher begleitet."

140219landstrasse

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Dokument erstellt am 2015-02-20 16:32:06
Letzte Änderung am 2015-06-22 10:51:16


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