• vom 29.01.2013, 06:00 Uhr

Wien


Mitten in Wien

Gegen Flugangst anfliegen




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Von Sabine Karrer

  • Im Flugsimulator werden Kindheitsträume wahr - zumindest für ein paar Stunden
  • Ein Selbst-Flug-Versuch im nachgebauten Airbus A320.

Simulierende Piloten : Vienna-Flight-Geschäftsführer Gerhard Lück (links) und "Co-Pilot" Tobias Müller. - © Karrer

Simulierende Piloten : Vienna-Flight-Geschäftsführer Gerhard Lück (links) und "Co-Pilot" Tobias Müller. © Karrer

Wien. Unter echter Flugangst scheine ich nicht zu leiden. Wäre es so, würde ich jetzt nämlich eher weglaufen, als bei Vienna Flight fast wie selbstverständlich im nachgebauten Cockpit Platz zu nehmen. Ein wenig mulmig wird mir allerdings schon, als ich die vielen Knöpfe, Bildschirme mit diversen mir unverständlichen Symbolen und die Startbahn des Salzburger Flughafens vor mir sehe. Und mir Tobias Müller - der in der nächsten halben Stunde mein "Co-Pilot" sein wird - erklärt, dass ich die Maschine mit theoretisch 160 bis 200 Passagieren an Bord jetzt selbst nach Innsbruck fliegen darf. Nur wenn ich möchte, selbstverständlich. Ja, ich möchte. Wie oft im Leben ergibt sich denn schon die Möglichkeit, mitten in Wien auszuprobieren, wie es wäre, um 159 Euro einen Airbus A320 zu fliegen?


Geduldig erklärt mir Müller im Simulator in der Wiener Schönngasse die verschiedenen Funktionen der Knöpfe und die Angaben auf den Displays vor uns. "Sie können den Schalthebel wie einen Joystick verwenden", sagt er. "Am Bildschirm vor Ihnen sehen Sie eine Art Fadenkreuz, dort sollten Sie immer in der Mitte bleiben." Rasch rücke ich noch meinen Kapitänssitz zurecht, schon schiebt der fast fertig ausgebildete Pilot neben mir meine Hand auf den Starthebel. Gemeinsam lassen wir den Airbus anfahren. Er schaltet die Triebwerke ein und wir heben ab. Es ist laut im Cockpit, so wie ich es von meinen bisherigen Flügen kenne. Dass wir uns gar nicht wirklich in der Luft befinden, blende ich für die nächste halbe Stunde aus.

Manchmal erwischt uns ein Windstoß oder eine thermische Strömung, aber nach ein paar Minuten habe ich das Steuer unter Kontrolle. Ich habe so viele Fragen, bin aber viel zu beschäftigt damit, mich auf das Fliegen zu konzentrieren. Müller lobt mich: "Und Sie sind sicher, dass Sie noch nie ein Flugzeug gesteuert haben?" Wahrscheinlich fragt er das jeden Kunden, der sich nicht ganz blöd anstellt, aber ich fühle mich dennoch geschmeichelt. Meine Flugangst scheint wie weggeblasen, ich fühle mich wohl über den Wolken. "Jetzt bereiten wir uns langsam auf die Landung in Innsbruck vor", reißt mich mein Co-Pilot aus den Gedanken. "Den Autopiloten schalten wir dazu ab, denn unsere Kunden wollen so viel wie möglich selbst machen." Letzte große Nervenanspannung bei seiner aktuellen Kundin. "Keine Sorge, es kann nichts passieren, im schlimmsten Fall würden wir das System abschalten", beruhigt mich der Fluginstruktor.

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Schlagwörter

Mitten in Wien, Flugsimulator

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Dokument erstellt am 2013-01-28 16:48:05
Letzte Änderung am 2013-01-28 17:13:07


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