• vom 04.04.2017, 00:11 Uhr

Wien

Update: 13.02.2018, 10:04 Uhr

Leopoldau

Gaswerksabfall als Wohnbaukiller?




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Beim Umweltbundesamt bestätigt man, dass die Einstufung des Gebiets als "gesichert" noch keinen Freibrief für jegliche Bautätigkeit bedeute. Denn die Beurteilung beziehe sich im Fall des Gaswerks Leopoldau lediglich auf das Grundwasser, nicht auf den Boden selbst. "Als wir unsere Beurteilung im Jahr 2013 durchgeführt haben, galt das Areal auch noch nicht als Wohngebiet", erklärt Stefan Weihs, Leiter der Abteilung Altlasten des Umweltbundesamts. Es gäbe auf dem Gebiet immer noch kontaminierte Bereiche.

"Kontaminierungen müssen
entfernt oder überbaut werden"

"Wohnbautätigkeit ist auf dem Areal natürlich nicht per se ausgeschlossen. Bei einer Bebauung muss jedoch berücksichtigt werden, dass Kontaminierungen beseitigt oder so überbaut werden, dass sie den künftigen Bewohnern nicht schaden", sagt Weihs.

Seitens der Neu Leopoldau Entwicklungs GmbH (NLE), die für die Projektumsetzung gemeinsam mit dem Liegenschaftsinhaber "Wiener Netze" verantwortlich ist, versucht man zu beruhigen. Für Anrainer und zukünftige Bewohner bestehe "absolut kein Grund zur Sorge", heißt es. Man stützt sich hierbei zwar ebenfalls auf den Bericht des Umweltbundesamts. Es wird von Geschäftsführer Peter Ruso aber betont, dass die noch dieses Jahr beginnenden Bauarbeiten von einer chemischen Bauaufsicht überwacht werden. Außerdem wurde bei der Gebietssicherung 2004 bereits Boden ausgetauscht.

Das Wohnprojekt ist im Süden des Areals angesiedelt und macht 13,5 Hektar des 42 Hektar großen Areals aus. "Im Norden stehen bereits Betriebsanlagen der Wiener Netze. Dort wurde bereits im Zuge der Bauarbeiten Boden ausgetauscht", erklärt ein NLE-Sprecher auf Anfrage. Auch wurden im Vorfeld Probebohrungen durchgeführt.

Die von den Freiheitlichen aufgestellte Rechnung, dass allein die Sanierung des Kerngebiets mit 170 Millionen Euro mehr kosten würde als das 120 Millionen Euro teure Bauprojekt, kann man nicht nachvollziehen. Die Freiheitlichen hatten deshalb den Stadtrechnungshof angerufen. "Sollten unbekannte Kontaminierungen auftreten, handeln wir sofort. Wir gehen davon aus, dass im Zuge der Bauarbeiten und Parkgestaltung die gesamte Oberfläche ausgetauscht wird", heißt es bei der Projektfirma.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-04-03 19:09:11
Letzte Änderung am 2018-02-13 10:04:41


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