• vom 22.05.2018, 08:00 Uhr

Wien

Update: 30.05.2018, 07:56 Uhr

Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz




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Von Saskia Blatakes

  • Auch Hochhäuser können aus dem nachwachsenden Rohstoff bestehen. Die Vision: Gemeindebauten aus Holz.



Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern.

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern.© RLP Ruediger Lainer und Partner Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern.© RLP Ruediger Lainer und Partner

Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken gebaut. Der Vorteil der Bauweise besteht in der Einsparung von rund 2800 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer herkömmlichen Stahlbetonbauweise. Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant.

In Dornbirn ist man da schon weiter. Es ist unglaublich leise. Kein Laut dringt von den auf der Landstraße vorbeifahrenden Autos herein. Auch die Geräusche im Inneren wirken angenehm gedämpft. Außerdem riecht es gut. Frisch, sauber, nach Holz. "Es ist wirklich ein anderes Raumgefühl", bestätigt Leonie Neff lächelnd. Sie ist Architektin bei Cree und führt durch das Gebäude. Das Hochhaus mit dem futuristischen Namen Life Cycle Tower One (LCT One) steht am Rande von Dornbirn, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt.

Derzeit sind reine Holzkonstruktionen noch nicht genehmigungsfähig. Möglich sind aber Hybridformen mit Beton.

Derzeit sind reine Holzkonstruktionen noch nicht genehmigungsfähig. Möglich sind aber Hybridformen mit Beton.© Blatakes Derzeit sind reine Holzkonstruktionen noch nicht genehmigungsfähig. Möglich sind aber Hybridformen mit Beton.© Blatakes

Es beherbergt im obersten Stockwerk das Büro der kleinen Holzbaufirma und ist ansonsten vor allem eines: ein unbewohntes Anschauungsobjekt. "Wir wollen hier zeigen, was mit unserer Holz-Hybridbauweise alles möglich ist", sagt Leonie Neff. Deshalb gibt es in den unteren Etagen, die an ein modernes Museum erinnern, viel Platz für Schaukästen und anderes Anschauungsmaterial. Hier präsentiert Cree auch andere Firmen und Zulieferer, die ökologische, nachhaltige und "hölzerne" Lösungen für den Wohnbau bieten. Wie zum Beispiel die Vorarlberger Holzbaufirma Sohm, die das Diagonal-Dübelholz entwickelt hat: Ein massives Bauelement, das zu 100 Prozent aus Holz gefertigt wird.

Aber besteht das LCT One wirklich nur aus Holz? Von außen sieht es zumindest nicht so aus und unter den Deckenpaneelen schimmert hellgrauer Beton durch. Wäre das denn überhaupt möglich, ein Hochhaus ganz aus Holz? Architektin Leonie Neff erklärt: "Mit dem Cree-System kann man Hochhäuser in Holz-Hybrid-Bauweise errichten und damit wesentlich höher bauen als mit anderen Holzbauweisen. Reine Holzkonstruktionen dürfen nach derzeitigen Baugesetzen nur bis zu einer gewissen Höhe errichtet werden. Es ist also eine Frage der Genehmigungsfähigkeit und nicht der technischen Machbarkeit."

Hoch, aber kein Hochhaus

Streng genommen ist das LCT One auch gar kein Hochhaus: Es endet mit seinen über zwanzig Metern wenige Zentimeter unter der Hochhausgrenze, denn ein Hochhaus wäre auf dem Grundstück baurechtlich gar nicht möglich gewesen. Und auch wenn es so aussehen könnte: Cree ist kein kleines Start-Up, sondern ein Projekt des Geschäftsführers und Firmenerben Hubert Rhomberg und damit eine Tochter der millionenschweren Rhomberg Gruppe.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-21 16:37:08
Letzte Änderung am 2018-05-30 07:56:30


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