• vom 06.12.2018, 09:30 Uhr

Stadtpolitik


Jugendparlament

Hohes Haus auf jugendlich




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Von Isabella Lechner

  • In fünf Wiener Bezirken vertreten Schüler beim Jugendparlament "Word Up!" ihre Interessen vor Lokalpolitikern.




© Eva Mühlbacher © Eva Mühlbacher

Wien. An die 70 Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren füllen den Festsaal des Amtshauses am Floridsdorfer Spitz. Aufregung und buntes Stimmengewirr liegen in der Luft. Schließlich ist es für viele das erste Mal, dass sie ein solch offizielles Gebäude betreten, noch dazu mit einem besonderen Auftrag: Die Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen des Jugendparlaments Word Up! 21 ihre Wünsche und Ideen für den Bezirk gesammelt und übergeben ihre Forderungen nun an die Bezirkspolitiker.

"Word Up!" gibt es derzeit in den fünf Wiener Bezirken Leopoldstadt, Alsergrund, Brigittenau, Floridsdorf und Liesing. Geleitet wird das Projekt vom Verein Wiener Jugendzentren, der die Jugendparlamente seit nunmehr fast 15 Jahren in Kooperation mit anderen Jugendorganisationen betreut.

"Wir versuchen, möglichst viele Jugendliche der 7. und 8. Schulstufe aller Schulen im Bezirk zu erreichen und zur Mitarbeit zu bewegen. Sie wollen etwas ändern und bewirken und setzen sich dabei für ihre und die Interessen anderer ein", sagt Werner Prinzjakowitsch, pädagogischer Bereichsleiter bei den Wiener Jugendzentren. "Die Bezirke geben damit ein Stück Macht ab und lassen die Jugendlichen bei der Gestaltung ihres Lebensraums mitentscheiden. Und die PolitikerInnen profitieren, weil sie die Sichtweisen der Jugendlichen aus erster Hand kennenlernen."

Politische Bildung und Kameratrainings

Das Projekt Word Up! erstreckt sich über ein Schuljahr. In zwei- bis dreistündigen Workshops im Herbst an den Schulen wird das Jugendparlament zunächst erklärt und politische Bildung vermittelt: Wofür ist der Bezirk zuständig, wofür Stadt und Bund? Wie funktioniert ein demokratisches System und wie kann ich darin mitentscheiden?

Danach bestimmt jede Schulklasse zwei Delegierte, die weiter am Projekt teilnehmen. Sie sammeln die Ideen und Forderungen ihrer Mitschüler und präsentieren diese mindestens einen Vormittag lang im Jugendzentrum. Dort werden vom Bezirk unrealisierbare oder kuriose Wünsche - wie eine Rolltreppe in der Schule, ein Fast-Food-Lokal oder ein Streichelzoo im Park - herausgepickt. Und auch dann ist es noch eine Herausforderung, die vielen hundert Wünsche auf ein paar Handvoll herunterzubrechen.

"Die Listen mit den am Schluss von den Delegierten gewählten Forderungen werden dann in einer Plenarsitzung des Jugendparlaments an die BezirkspolitikerInnen übergeben", sagt Prinzjakowitsch. "Aber auch Ideen, die nicht umsetzbar sind, werden mit der Bezirksvorstehung und Fachexperten in der Regel diskutiert, denn die Schüler haben das Recht, erklärt zu bekommen, warum etwas nicht geht."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-05 15:52:40
Letzte Änderung am 2018-12-05 16:42:15


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