• vom 29.12.2018, 10:06 Uhr

Stadtpolitik


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Bürgermeister Ludwig verspricht deutliche Ausweitung von "Wien-Bonus"




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Von WZ Online, APA

  • Bevorzugung von länger gemeldeten Stadtbewohnern soll mehrere Bereiche umfassen.

 Michael Ludwig ist seit rund einem halben Jahr Wiener Bürgermeister, wobei er den Vorsitz in der Wiener SPÖ bereits im Jänner 2018 übernommenhat.

 Michael Ludwig ist seit rund einem halben Jahr Wiener Bürgermeister, wobei er den Vorsitz in der Wiener SPÖ bereits im Jänner 2018 übernommenhat.© APA/HANS PUNZ  Michael Ludwig ist seit rund einem halben Jahr Wiener Bürgermeister, wobei er den Vorsitz in der Wiener SPÖ bereits im Jänner 2018 übernommenhat.© APA/HANS PUNZ

Wien. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will den "Wien-Bonus" - der im geförderten Wohnbau bereits angewendet wird - deutlich ausweiten. Menschen, die schon länger in der Stadt leben, sollen in mehreren Bereichen bevorzugt werden. Wo genau, das wird Anfang 2019 präsentiert, wie Ludwig ankündigte. Der Gesundheitsbereich und die Kinderbetreuung sind aber fix ausgenommen.

Den Bonus für auf Wohnungssuche befindliche Langzeit-Wiener hat Ludwig bereits als Wohnbaustadtrat eingeführt. Dies ging nicht ganz ohne parteiinterne Debatten vonstatten, auch wenn es Wartefristen für den Erhalt einer Gemeindewohnung früher bereits gab. "Menschen, die schon länger in der Stadt leben, sollen einen Vorteil bei der Vergabe von Leistungen der Allgemeinheit haben", verteidigte der Stadtchef die Maßnahme.

Weitere Möglichkeiten werden geprüft

Nun werden die nächsten Schritte gesetzt. "Ich hab alle Teile der Stadt beauftragt, zu überprüfen, welche Möglichkeiten es gibt. Dieser Prozess wird Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. Dann werden wir ein Bündel an Aktivitäten präsentieren, wo ich denke, dass es Sinn macht, den Menschen, die in unserer Stadt leben, zu signalisieren, dass wir ihre Wünsche sehr ernst nehmen und hier auch eine ganz gezielte Bevorzugung jener vornehmen, die schon länger in der Stadt leben."

Boni sollen nun in mehreren Bereichen kommen, welche dies sind, wird noch geprüft. Im Gespräch war zuletzt etwa, dass Wiener Firmen bei der Vergabe von städtischen Aufträgen bevorzugt werden. Ludwig schließt allerdings aus, dass beim Zugang zur Gesundheitsversorgung und bei "allem, was mit Kindern zu tun hat", eine Priorisierung je nach Aufenthaltsdauer angewendet wird.

 "Das ereignisreichste Jahr meines Lebens"

Der SPÖ-Politiker ist seit rund einem halben Jahr Wiener Bürgermeister, wobei er den Vorsitz in der Wiener SPÖ bereits im Jänner 2018 übernommen hat. "Das war sicher für mich das ereignisreichste Jahr meines Lebens", konstatierte er. Der personelle Umbau in Partei und Stadtregierung ist weitgehend abgeschlossen, lediglich die Parteigremien müssen formal noch neu besetzt werden, da vor einem Jahr nur der Parteichef neu gewählt wurde. Dies soll bei einem Parteitag Ende April geschehen, berichtete Wiens oberster Roter.

Zuvor wird noch inhaltlich debattiert, nämlich im Rahmen einer Klubklausur. Das Treffen wird im ersten Quartal 2019 stattfinden. Nach Jahren der Abwesenheit kehrt die Wiener SPÖ zu diesem Zweck ins Burgenland zurück, wobei der genaue Ort noch nicht verraten wird. Die traditionelle Location Rust ist, so viel wird preisgegeben, jedoch nicht mehr zum Zug gekommen - da es laut Ludwig zur betreffenden Zeit ausgebucht ist.

"Mir ist es wichtig, das wir die innerparteiliche Diskussion vorantreiben", setzt der Bürgermeister und Parteivorsitzende auf "durchaus kontroversiell ausgetragene" Debatten. Bei der Klausur soll es auch möglich sein, unterschiedliche Positionen aufs Tapet zu bringen, beteuerte er.





Schlagwörter

Stadtpolitik, Wien, Michael Ludwig

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-12-28 12:08:22
Letzte Änderung am 2018-12-28 12:11:01



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