• vom 18.01.2019, 17:19 Uhr

Stadtpolitik

Update: 18.01.2019, 20:23 Uhr

Spanische Hofreitschule

Schlechtes Klima in der Hofreitschule




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  • Die Bestellung von Sonja Klima als neue Leiterin der Spanischen Hofreitschule sorgt für Unruhe.

Klima mit Sebastian Kurz bei der Veranstaltung Punsch und Maroni im Dezember. apa/Techt

Klima mit Sebastian Kurz bei der Veranstaltung Punsch und Maroni im Dezember. apa/Techt© APA/HANS KLAUS TECHT Klima mit Sebastian Kurz bei der Veranstaltung Punsch und Maroni im Dezember. apa/Techt© APA/HANS KLAUS TECHT

Wien. Sie ist eine Touristenattraktion ersten Ranges und blickt auf eine lange Tradition zurück: die Spanische Hofreitschule. Im vergangenen Herbst kündigte Geschäftsführerin Elisabeth Gürtler an, auf eigenen Wunsch mit Jahresende 2018 aus der Geschäftsführung der Hofreitschule auszuscheiden. Nun entschied der Aufsichtsrat, dass ihr Sonja Klima nachfolgen soll.

"Das war kein politischer Job", meint Gürtler, die die Hofreitschule seit 2007 geleitet hat. "Man muss die klassische Reitkunst bewahren. Das steht im Gesetz." Dazu gehöre, die Rasse der Lipizzaner zu erhalten und die besten Hengste für die Hofreitschule zu bekommen. Es gehe um die Pflege der klassischen Reiterei. Und die Hofreitschule sollte möglichst keine oder wenig Verluste schreiben, so die frühere langjährige Sacher-Chefin. "Das ist uns halbwegs gelungen. Ich habe meinen Mitarbeitern immer gesagt: ‚Solange wir keine Probleme machen, ist Ruhe.‘" Andernfalls würde "die Politik die Probleme lösen - und das ist schlecht".


© M. Hirsch © M. Hirsch

Als sie im Dezember 2007 die Hofreitschule übernahm, hatte diese Verluste von 23 Millionen Euro. Diese seit der Umwandlung im Jahr 2001 in eine Gesellschaft öffentlichen Rechts - noch immer im Besitz des Bundes - angesammelten Schulden wurden zum größten Teil abgebaut. Als Grundvoraussetzung für eine verlustfreie Bilanz nennt Gürtler genügend Vorführungen: "Als ich kam, gab es 36 Vorführungen im Jahr. Jetzt sind es 90, und wir gehen auch auf Tourneen."


Nun übergibt Gürtler also an die Ex-Frau von Viktor Klima. An der Seite des einstigen Kanzlers (1997 bis 2000) war sie noch Volksschullehrerin, Sonderpädagogin, Personalvertreterin und Tierfreundin. Später wechselte sie ins Charity-Business. Die Klimas galten als Glamour-Paar der Innenpolitik mit Home-Storys, Frauenlauf, Ennstal-Oldtimer-Classic, Webpelz-Modeschau. Hund Grolli erreichte an ihrer Seite Starruhm.

Frühe Scheidung und
Charity-Aktivitäten

Die Ehe hielt nicht viel länger als die Kanzlerschaft. Er ging nach Argentinien, sie heiratete den Kulturmanager Josef Kirchberger und blieb Mitglied der heimischen Society, meist im Zusammenhang mit Charity-Aktivitäten. Besonders für die Ronald McDonald-Kinderhilfe war Klima aktiv, seit 2010 als Geschäftsführerin (sie ist nun in den Aufsichtsrat gewechselt). Parallel baute die begeisterte Reiterin auch an ihrer Karriere im Pferde-Business. In ihrer Heimatstadt Baden war sie von 2009 bis 2014 Präsidentin des Trabrennvereins, seit einigen Jahren versucht sie sich in Marchegg in der Pferdezucht.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-18 17:32:33
Letzte Änderung am 2019-01-18 20:23:29



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