• vom 08.02.2019, 16:40 Uhr

Stadtpolitik


Verkehr

Mehr Sicherheit vor Schulen




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  • Stadt will Fahrbahnen anheben und Gehsteige verbreitern, um Straßen bei Schulen zu entschärfen.

apa/Hochmuth - © APA/GEORG HOCHMUTH

apa/Hochmuth © APA/GEORG HOCHMUTH

Wien. Nach dem tödlichen Schulwegunfall eines neunjährigen Buben durch einen abbiegenden Lkw Ende Jänner will die Stadt nun die Verkehrssicherheit rund um Volksschulen erhöhen. Bauliche Maßnahmen sind ebenso geplant wie Anpassungen bei Ampelschaltungen oder mehr Tempo-30-Zonen, kündigte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Freitag an.

Konkret besteht das Nachrüstungsprogramm aus drei Säulen. Erstens sollen Straßen im Umkreis von Schulen entschärft werden. Dazu gehören Fahrbahnanhebungen an Kreuzungen, Gehsteigverbreiterungen auf Schulwegen, farbige Bodenmarkierungen.


Zweitens werden alle Ampelschaltungen auf Basis der Schulwegpläne, in denen Gefahrenstellen für den jeweiligen Schulstandort eingezeichnet sind, überprüft und gegebenenfalls angepasst. "Da geht es zum Beispiel um vorgezogene Grünphasen für Fußgänger", erklärte ein Sprecher von Vassilakou. Die Prüfung sei bereits am Laufen, immerhin gehe es um mehrere hundert Ampelanlagen.

Tempo 30 wird ausgebaut
Drittens will man auch bei den Verkehrsregeln nachschärfen. So sollen noch bestehende Lücken in Sachen Tempo 30 geschlossen werden. Und die Stadt will die Einführung temporärer Auto-Fahrverbote vor Schulen - sogenannte Schulstraßen - forcieren. Ein Pilotprojekt in der Vereinsgasse in der Leopoldstadt sei sehr positiv verlaufen. Laut Mobilitätsagentur liegen derzeit 25 Standorte vor, für die Interesse zur Schaffung einer Schulstraße bekundet wurde. Die Anfragen kommen von den Bezirken selber, aber auch von Schulen oder Elternvereinen.

Sind sich Schule und Bezirk einmal einig, dass ein Verbot von "Elterntaxis" kommen soll, prüft die MA 46 die Machbarkeit. Konkrete Pläne für weitere Schulstraßen gibt es derzeit aber noch nicht, hieß es seitens der Mobilitätsagentur.

Das Maßnahmenpaket soll laut Vassilakou-Büro alle rund 270 Volksschulen in Wien umfassen. Vassilakou appellierte bei der Gelegenheit auch an Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Dieser müsse "klare Rahmenbedingungen und entsprechende Förderungen für die Sicherheitsausstattung von Lkw" schaffen, meinte sie in Bezug auf die aktuell diskutierten Abbiegeassistenten. Für eine Nachrüstung von Lastwagen mit Abbiegeassistenten sprach sich auch SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried aus, der die entsprechende Petition unterstützt.

Situation der Lkw-Lenker
Unterstützung in der Causa Abbiegeassistenten kam außerdem von der Gewerkschaft vida. Karl Delfs, vida-Bundessekretär für den Bereich Straße, wünscht sich darüber hinaus europaweit einheitliche Standards. Beim Thema Sicherheit müsse auch die Situation der Lkw-Lenker berücksichtigt werden: "Eine rein nationale Lösung wird nicht reichen, das sollte die österreichische Politik aber nicht als Ausrede für Untätigkeit hernehmen."

Weiters sagte er: "Es ist wichtig, in Europa Rahmenbedingungen zu schaffen, die sicherstellen, dass sich der Wettbewerb nicht ausschließlich über Lohn-und Sozialkosten definiert. Das führt zu kilometerbezogener Bezahlung und dadurch auch zu übermüdeten Fahrern." Angesichts von 4000 Lkw-Unfällen mit Todesfolgen in Europa dürfe hier nicht länger gezögert werden.




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