• vom 14.02.2013, 00:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 14.02.2013, 14:29 Uhr

Wiener Wasser

"EU könnte Verkauf einfordern"




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • EU-Abgeordneter Weidenholzer über die geplante Kommissionsrichtlinie.

"Der Interessent wird immer nur kurzfristig den Preis unterbieten, um ins Geschäft zu kommen", meint Weidenholzer.

"Der Interessent wird immer nur kurzfristig den Preis unterbieten, um ins Geschäft zu kommen", meint Weidenholzer.© apa "Der Interessent wird immer nur kurzfristig den Preis unterbieten, um ins Geschäft zu kommen", meint Weidenholzer.© apa

"Wiener Zeitung": Sie sitzen im Europäischen Parlament - ist das Wiener Wasser Ihrer Meinung nach in unmittelbarer Gefahr?


Josef Weidenholzer: Unmittelbar nicht. Aber die Kommissionsrichtlinie würde auf längere Sicht durchaus eine Gefährdung darstellen, denn in bestimmten Situationen könnte politischer Druck ausgeübt werden, um die Veräußerung des Wassers einzufordern.

Welche Situationen meinen Sie?

Das sieht man am Beispiel Griechenlands, wo ganz konkret gesagt wird, sobald die Konzessionsrichtlinie durch ist, könnt ihr das Wasser privatisieren.

Welche Kräfte innerhalb der Kommission sind daran interessiert, die Richtlinie durchzusetzen?

Das sind Kräfte, die glauben, dass ein nicht kontrollierter Binnenmarkt von großem Vorteil wäre, weil er für ein ideales Gleichgewicht sorgt.

Was ist falsch daran?

Es gibt grundsätzliche Phänomene, die man nicht ausschließlich mit einer Marktlogik behandeln kann. Ich glaube, dass für die Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen allgemeinen Interesses nicht nur ökonomische, sondern auch politsche Zuschlagskriterien herangezogen werden müssen. Denn entfernte Räume müssen genauso versorgt werden wie naheliegende. Da kann es nicht immer nur um Gewinnerzielung gehen.

Bekommt nicht im Wettbewerb der günstigste Anbieter für die Gesamtaufgabe den Zuschlag?

Der Interessent wird nur kurzfristig den Preis unterbieten, um ins Geschäft zu kommen. Während die Gemeinde Wien ja nicht das Interesse hat, im Geschäft zu sein, sondern einen höchstmöglichen Versorgungsgrad für die Bevölkerung zu garantieren.




3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-12-10 17:47:06
Letzte Änderung am 2013-02-14 14:29:55



Start-up

Der eingebremste Weltretter

Gründer Martin Wesian im Hinterhof seiner Firma Helioz auf der Mariahilfer Straße. - © Saskia Blatakes Wien. Durst, Wasserhahn aufdrehen, trinken. So einfach ist das in Österreich. Aber mehr als 660 Millionen Menschen in Afrika... weiter




Kalorienzählen

Schnappschuss statt Kalorienzählen

- © Sascha van der Werf Wien. "Dieses Jahr nehm’ ich zehn Kilo ab", "in der Fastenzeit werde ich kürzertreten", "diesen Sommer schaff’ ich die Bikini-Figur"... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Das Gericht hat resigniert"
  2. "Ludwig ist zu wenig Rampensau"
  3. Weinseliges Voting
  4. Schlüsselübergabe
  5. Sittenwächter bleibt in Haft
Meistkommentiert
  1. "Das Gericht hat resigniert"
  2. Vernichtendes Urteil für KAV
  3. "Es war eine tolle Zeit"
  4. Ludwigs To-do-Liste
  5. "Ludwig ist zu wenig Rampensau"

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter




Wohnen in Wien

900 Wohnungen auf Kasernen-Gelände

20180306KörnerKaserne - © APAweb/DRIENDL*ARCHITECTS Wien.  Am Areal der Wiener Körner-Kaserne entsteht ein neues Stadtentwicklungsgebiet. Auf dem im Penzinger Bezirksteil Breitensee gelegenen Gelände... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung