• vom 17.12.2012, 21:17 Uhr

Stadtpolitik

Update: 17.12.2012, 21:35 Uhr

Demonstration am Wiener Stephansplatz




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(iw) Zum ersten Mal in Österreich versammeln sich heute, Dienstag, Menschen, die in Heimen missbraucht wurden. Die Demonstration findet um 15 Uhr am Stephansplatz statt. Die erwarteten 400 Teilnehmer ziehen über den Graben zum Parlament. Dort wird gegen 17 Uhr unter anderen der Musiker Tom Beck auftreten. Die Veranstaltung wurde privat von Hans Kailich ("Heimkinder-Aktiv-Community") und Gerald C. initiert und wird vom Verein "Victims Mission Charity", der 2011 in Wien gegründet wurde, unterstützt. Bei der Demonstration und Kundgebung fordern ehemalige Heimkinder Wiedergutmachung.

Die Demonstration ist eine Solidarkundgebung zu der Benefizgala "Künstler für den Schutz der Rechte von Missbrauchsopfern", die abends in Berlin stattfindet. Die Berliner Stiftung Peter-Bringmann-Henselder kümmert sich um Missbrauchsopfer, die bei anderen Organisationen nicht gehört werden. Auch zwei Österreicher erhalten an diesem Abend den Ehrenpreis der Stiftung für ihr außergewöhnliches Engagement für die Rechte von Missbrauchsopfern: Der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser und die Rechtsanwältin Vera Weld. Steinhauser wird am Stephansplatz sprechen.


Die heutige Demonstration in Wien will auch auf die parlamentarische Bürgerinitiative zugunsten von Heimkindern aufmerksam machen. 600 Unterschriften wurden gesammelt und Anfang Oktober dem Parlament übergeben. Bis zum März 2013 sind Justiz- Sozial- und Finanzministerium nun aufgefordert, Stellungnahmen abzugeben. Bis zu diesem Zeitpunkt kann die Initiative auch noch online über die Parlaments-Seite unterstützt werden.

Gefordert werden Schuldeingeständnis und Entschuldigung auf Augenhöhe durch jene Personen, die heute für Heim-Organisationen verantwortlich sind, die in der Vergangenheit Heime betreut haben, in denen Kindern gedemütigt und missbraucht wurden. Weiters eine "wirklichkeitsannähernde Wiedergutmachung", sprich eine angemessene Entschädigung, eine Opferrente und der Verzicht auf die Einredung der Verjährung.

Die Kommission, die sich mit dem Wilhelminenberg-Skandal auseinandersetzt, wird im Frühjahr 2013 ihre Ergebnisse präsentieren. Die Forderung der Opfer: eine bundesweite Kommission, die unabhängig ist und alle Geschehnisse aufdeckt.



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Dokument erstellt am 2012-12-17 21:23:02
Letzte Änderung am 2012-12-17 21:35:34


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