• vom 28.01.2013, 17:38 Uhr

Stadtpolitik

Update: 28.01.2013, 17:43 Uhr

Glatteis

Politisches Schneetreiben




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  • FPÖ macht Rot-Grün für schneebedingten Parkplatzmangel und Glatteis verantwortlich
  • Tauwetter bringt Glatteisgefahr und Oppositionskritik an der Stadtregierung.

Wenn der Schnee schmilzt, steigt die Glatteisgefahr.

Wenn der Schnee schmilzt, steigt die Glatteisgefahr.© apa Wenn der Schnee schmilzt, steigt die Glatteisgefahr.© apa

Wien. (rös) "Jetzt wird’s richtig schiach", erklärte ein Passant, als er am Montag im Schneematsch herumstiefelte und den bevorstehenden Regen verfluchte. "Die Stadt ist dann grau in grau, alles ist nass und überall liegt der Rollsplit herum."


Nach dem frostigen Wochenende ist laut den Wetterexperten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) tatsächlich massives Tauwetter angesagt. Bis zur Wochenmitte werden immerhin bis zu 14 Grad plus erwartet. Das bedeutet aber auch erhöhte Glatteisgefahr.

Zwar soll es bereits heute, Dienstag, plus sechs bis sieben Grad bekommen, aber der Boden kann sich nicht so schnell erwärmen, weshalb der in der Nacht auf Mittwoch einsetzende Regen durchaus für den einen oder anderen Sturz oder Ausrutscher sorgen dürfte.

Wer Angst hat, dass sich der Schnee gerade vor den Semesterferien verflüchtigen könnte, sei beruhigt: Am Wochenende erwartet die Hohe Warte von Westen kommend eine massive Störungszone, die ganz Österreich jede Menge Neuschnee bescheren dürfte. Auch die Temperaturen gehen dann wieder runter, leichter Frost in der Nacht und niedrige Plusgrade tagsüber sollten ideal zum Skifahren sein. Das gilt übrigens auch für die WM in Schladming.

Übrigens war der bisherige Winter laut den Experten "wie er im Klimabüchel steht". Normaler als im Dezember und Jänner "geht schon nimmer".

Dass das Wetter auch eine politische Relevanz hat - und zwar nicht nur in sarkastischer Form wie einst die Forderung des Wiener ÖVP-Chefs Manfred Juraczka nach einer Volksbefragung zum Wetter -, hat die Wiener FPÖ am Montag gezeigt: Zum einen kritisierten sie den Parkplatzmangel, weil der Schnee nicht weggeräumt wird: "Schneefälle, die früher durch den Einsatz von kurzfristig aufgenommenen Straßenarbeitern locker bewältigt wurden, haben heute aufgrund von Sparmaßnahmen katastrophale Auswirkungen auf die Situation für alle Verkehrsteilnehmer bis auf die ,gleicheren‘ Radfahrer", meinte etwa der stellvertretende Bezirkschef von Ottakring, Christian Hein.

"Kritik ist letztklassig"
Zum anderen machte die FPÖ die rot-grüne Stadtregierung für den tragischen Unfall im 3. Bezirk verantwortlich, wo eine Frau am Wochenende ums Leben kam, nachdem sie auf einem Gehweg ausgerutscht war. Der Ringradweg sei zwischen Burgtheater und Bellaria schon um 8 Uhr geräumt gewesen, zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr sei dann erst der Fußweg in diesem Abschnitt geräumt worden, lautet die Kritik: "SPÖ und Grüne dürften demnach Verletzte oder gar Tote durch zu spät oder gar nicht geräumte Gehsteige weniger Kopfzerbrechen bereiten als die Sorge um zwei Dutzend Pedalritter, die auch bei starkem Schneefall partout nicht auf die Öffis umsteigen wollen", so FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik.

In der Stadtregierung will man die Kritik erst gar nicht kommentieren, zumal noch nicht einmal die Todesursache der Frau festgestellt wurde. Den tragischen Unfall mit den Radwegen zu verknüpfen, sei letztklassig. "Die Wienerinnen und Wiener haben eine niveauvollere Oppositionspolitik verdient", meinte etwa der Vorsitzende des Umweltausschusses Erich Valentin (SPÖ) dazu: ein politisches Schneetreiben wie ein geschmackloser Sturm im Wasserglas.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2013-01-28 17:42:05
Letzte Änderung am 2013-01-28 17:43:34



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