• vom 29.10.2013, 17:44 Uhr

Stadtpolitik

Update: 29.10.2013, 18:43 Uhr

Obdachlose

Mehr reden, weniger Schlafsäcke




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  • Fonds Soziales Wien will Kommunikation mit Organisationen verbessern, aber am Schlafsackverbot festhalten
  • Grüne fordern entgegen Linie der Stadt Änderung der Kampierverordnung.

Die Kampierverordnung verbietet die Schlafsack-Benutzung außerhalb von Campingplätzen.

Die Kampierverordnung verbietet die Schlafsack-Benutzung außerhalb von Campingplätzen.© apa Die Kampierverordnung verbietet die Schlafsack-Benutzung außerhalb von Campingplätzen.© apa

Wien. Die Kommunikation zwischen der Stadt, den Blaulichtorganisationen und den NGOs soll verbessert werden. Das ist das zentrale Ergebnis des Runden Tisches zur Obdachlosen-Problematik in Wien. An der Sitzung haben am Montag Abend unter anderem Vertreter des Fonds Soziales Wien (FSW), der Polizei, der Sucht- und Drogenkoordination sowie der karitativen Einrichtungen Caritas, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe teilgenommen.


Der Runde Tisch war nach der Aufregung um die Vertreibung von Obdachlosen aus dem Wiener Stadtpark ins Leben gerufen worden. Aber auch das alljährliche Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe stand auf der Agenda - also die Sicherstellung und Koordination ausreichender Schlaf- und Notunterbringungsplätze in der kalten Jahreszeit.

"Es wurde festgestellt, dass es Optimierungsbedarf bei der Kommunikation gibt", berichtete eine Sprecherin des FSW am Dienstag. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Polizei, den Rettungsorganisationen und den Sozialbetreuern soll aus diesem Grund verbessert werden. Zum einen solle die Exekutive bei Einsätzen - etwa wie bei jenem im Stadtpark - den Partnern rechtzeitig Bescheid geben. Umgekehrt soll die Polizei künftig regelmäßig über die Situation in Wien informiert werden.

Gleichzeitig wird ein "Factsheet" erstellt, auf denen die Wiener Notschlafplätze verzeichnet sind. Damit könnten Polizei oder Rettung bei Bedarf Betroffene über mögliche freie Plätze informieren, hieß es. Das Thema "Kampierverordnung" sei hingegen nur am Rande Thema gewesen, betonte die FSW-Sprecherin.

Die Regelung verbietet etwa "das Auflegen und das Benützen von Schlafsäcken" außerhalb von Campingplätzen. Einst gedacht als Gesetz gegen im Freien übernachtende Rucksackreisende, war sie zuletzt auch im Stadtpark angewendet worden. "Für die Polizei und die Stadt handelt es sich um eine klare Regelung und ein gutes Instrument", wurde beim FSW versichert. Die Frage sei, wie sie gehandhabt werde. Es gebe durchaus eine gewisse Toleranz. Wenn sich Beschwerden häufen, müsse man aber handeln - und dafür sei die Verordnung als Rechtsgrundlage geeignet, so die Sprecherin.

Vereinbart wurde auch das "Winterpaket". In einem von der Witterung abhängigen Stufenplan werden in den kommenden Monaten erneut (so wie im Vorjahr, Anm.) bis zu 400 Notschlafbetten zur Verfügung stehen.

Expertengremium geplant
Bei der Caritas zeigte man sich am Abend zufrieden: "Ich bin froh über das Ergebnis", erklärte Geschäftsführer Alexander Bodmann. Es sei wichtig, dass die Kommunikation verbessert und die Blaulichtorganisationen stärker einbezogen werden. Wobei auch bisher schon kommuniziert wurde, betonte Bodmann - es seien aber etwa bei der Räumung im Stadtpark Fehler passiert.

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Dokument erstellt am 2013-10-29 17:56:03
Letzte Änderung am 2013-10-29 18:43:45



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