• vom 11.11.2013, 17:56 Uhr

Stadtpolitik

Update: 12.11.2013, 14:10 Uhr

Wiener Budget

"Effizienz nicht erkennbar"




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • Wien ist laut dem wissenschaftlichen Vorstand der Eco Austria zu teuer.

"Wiener Zeitung": Herr Dr. Schuh, Sie meinen, die Wiener Linien hätten im Vergleich zu den Münchner Verkehrsbetrieben zu viel Personal. Heißt das, Sie sprechen sich für Personalabbau oder Leistungskürzungen aus?

Ulrich Schuh: Ich sehe es als problematisch an, dass man in Wien von einer Kostendeckung weit entfernt ist. Und ich meine, es ist nicht notwendig, dass die Wiener hier doppelt so viel Personal haben wie die Münchner, wenn man um die Netzlänge bereinigt.


Mit weniger Personal wäre aber etwa der 24-Stunden-Betrieb am Wochenende nicht möglich. Und den gibt es in München gar nicht.

Die Fehlbeträge bei den Wiener Linien gab es ja schon vor der Einführung dieser Zusatzleistung. Dass ein 24-Stunden-Betrieb mehr Personal erfordert, ist klar, aber eine funktionierende Leistung bringt auch mehr Einnahmen. Darum geht es aber nicht. Der Unterschied ist: In Wien werden Zusatzleistungen politisch beschlossen, in München entscheidet die Kundennachfrage.

Wie sieht das in der Verwaltung aus? Laut Stadtregierung finden bereits zahlreiche Maßnahmen zum effizienten Mitteleinsatz statt.

Den effizienten Mitteleinsatz kann ich nicht erkennen. Wenn man Wien nur mit dem Durchschnitt der Bundesländer vergleicht und hier schon derartig eklatante Effizienzunterschiede sieht, dann sollte das schon Anlass zum Nachdenken darüber geben, ob man nicht mit geringerem Mitteleinsatz dieselben Leistungen erbringen könnte.

Kann man andere Gemeinden überhaupt mit Wien vergleichen?

Wir haben da schon entsprechende Bereinigungen vorgenommen. Und es gibt zum Beispiel bei den Krankenanstalten überhaupt keinen Grund, warum Leistungen in Wien bis zu einem Drittel teurer sein müssen als etwa in Innsbruck. Sogar der Rechnungshof hat darauf hingewiesen, dass hier enorm hohe Kosten bestehen.

Sie bemängeln auch mangelnde Nachvollziehbarkeit des Budgets, verglichen mit Schweden. Was machen die Schweden besser?

Die Stockholmer schreiben nicht nur ins Budget, was sie machen, sondern auch, warum sie es machen. Und das für einen längeren Zeitraum. In Wien wäre es wichtig, die Vermögenswerte und etwa die Pensionsverpflichtungen hineinzunehmen, damit man darstellen kann, welche Belastungen auf uns zukommen. Außerdem werden in Stockholm im Gegensatz zu Wien ausgegliederte Unternehmen im Budget dargestellt, was eine bessere Planbarkeit und mehr Transparenz ermöglicht. Derzeit wird vorhandenes Vermögen versteckt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-11-11 18:02:02
Letzte Änderung am 2013-11-12 14:10:06


Rohstoffe

Das Gold der Städte

Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Detektive auf Mieter angesetzt
  2. Größte Pleite des Jahres
  3. Wien bewirbt Handwerksberufe
  4. "Ich vermisse den Mut zum Experiment"
  5. Stadt Wien muss Namensschilder austauschen
Meistkommentiert
  1. Mit Law-and-Order gegen Kampfhunde
  2. Darf ich Ihr Auto kaufen?
  3. Stadt Wien muss Namensschilder austauschen
  4. "Noch zu wenig E-Autos, die Öffis behindern könnten"
  5. Mit Klagen gegen Hass im Netz

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Stadtplanung

Höchstens 58 Meter

Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung