• vom 02.12.2013, 17:52 Uhr

Stadtpolitik


Minopolis

Insolvenz: Minopolis startet mit neuer Firma im Prater




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (71)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • Reichsbrücke Event GmbH in Konkurs, Schweizer Mutterkonzern übernimmt.

Wien. Am Montagnachmittag war es offiziell: Die Reichsbrücke Event GmbH hat am Handelsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Das berichtete Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform.

Damit wurde das bestätigt, was schon länger vermutet wurde. Denn die Kinderstadt Minopolis hatte bereits Anfang November ihren Standort auf der Reichsbrücke geschlossen - angeblich, weil man sich nicht mit dem Vermieter, der Danube Flats GmbH, einigen konnte.


Dieser hatte sich damals schon darüber verwundert gezeigt. Er habe für eine Verlängerung des Bestandsvertrags eine Bankgarantie zur Abdeckung künftiger Betriebskosten erbeten. Und selbst ohne diese wäre man noch gesprächsbereit gewesen, wurde damals betont. Doch das Angebot wurde von Minopolis nicht mehr wahrgenommen.

Trotzdem wollte die Betreiberfirma an den Plänen zur Übersiedelung in den Prater im Sommer 2014 festhalten - jetzt wird das wohl eine andere Firma übernehmen müssen. Denn bei Minopolis handelt es sich um ein Franchise-Produkt der Minopolis Edutainment AG mit Sitz in der Schweiz.

"Wir haben vergangene Woche erfahren, dass die Muttergesellschaft den Standort auf der Reichsbrücke zur Gänze auflösen will. Das hat aber mit dem Prater absolut nichts zu tun", erklärte eine Sprecherin der Prater Service GmbH auf Anfrage. Für den neuen Standort im Prater soll nun eine neue GmbH gegründet werden, die den Betrieb zur Gänze übernimmt. "Das heißt, wir verhandeln mit der Mutterfirma in der Schweiz und die gründet eine eigene Gesellschaft für den neuen Standort."

Dem Vernehmen nach soll bereits in 14 Tagen alles unter Dach und Fach sein, ist man sich bei der Prater Service GmbH sicher. "Die wollen im Prater mit internationalen Partnern nämlich einen richtigen Show-Store machen, um international zu zeigen, wie so etwas funktionieren kann", erklärte die Sprecherin weiter.

Hamid Sami, Vorstand der Minopolis Edutainment AG, erklärte gegenüber der "Wiener Zeitung", dass eine neue Unternehmensgründung noch nicht fix sei: "Vorläufig wird das über die Wiener Zweigniederlassung der Schweizer Gesellschaft abgewickelt. Ob das in eine Gesellschaft umgewandelt wird oder in eine noch zu gründende Tochtergesellschaft, ist noch nicht klar."

Die 66 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter der Reichsbrücke Event GmbH sind laut Sami "herzlich willkommen", am neuen Standort im Prater mitzumachen. Nachsatz: "Sofern sie noch frei sind." Schließlich müssten sie die Zeit bis zum geplanten Start im Sommer überbrücken. "Wir können nicht 66 Leute bis dahin beschäftigen, ohne dass wir Einnahmen haben", so Sami.

Die Reichsbrücke Event GmbH ist laut Sami im Übrigen deshalb insolvent gegangen, weil die Muttergesellschaft aufgrund des aufgelösten Mietvertrages von einem Tag auf den anderen die Aktiva von knapp einer Million Euro auf null abwerten musste. Mangels Spielbetrieb gab es dann auch keine Einnahmen, sodass alle Sponsorverträge aufgelöst wurden und damit keine Fortbestehensprognose mehr möglich gewesen sei. "Das war leider ein technischer Prozess, den wir nicht aufhalten konnten."




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-12-02 17:56:05


Rohstoffe

Das Gold der Städte

Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Vom Cabaret zur Systemgastro
  2. "Ich bin ein Einzelkämpfer"
  3. Lichterbaum am Christkindlmarkt
  4. Das große Teilen auf der Straße
  5. Parkverbot-Zonen für Leih-Scooter
Meistkommentiert
  1. Wien soll 2027 Zwei-Millionen-Stadt werden
  2. Shoah-Gedenkmauer fix
  3. Nichts zu machen?
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Das große Teilen auf der Straße

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Stadtplanung

Höchstens 58 Meter

Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung