• vom 09.10.2014, 17:37 Uhr

Stadtpolitik

Update: 09.10.2014, 18:02 Uhr

Umfrage

Hausbesuche gegen Umfragetief




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  • Wiens SPÖ-Funktionäre gehen wieder auf Tuchfühlung mit der Basis.

Vom Stadtrat bis zum Bezirksfunktionär: 800 Sozialdemokraten wollen an die Türen der Wiener klopfen, um ihre Partei sympathischer zu machen. - © apa/Hochmuth

Vom Stadtrat bis zum Bezirksfunktionär: 800 Sozialdemokraten wollen an die Türen der Wiener klopfen, um ihre Partei sympathischer zu machen. © apa/Hochmuth

Wien. Die Wien-Wahl 2015 wirft ihre Schatten voraus: Die SPÖ hat am Donnerstag ihre nächste Hausbesuchsaktion gestartet. Rote Funktionäre sollen dabei Präsenz bei der Basis zeigen und so den Weg für einen erfolgreichen Urnengang ebnen. Zu tun gibt es offenbar noch genug. Denn eine aktuelle Umfrage für die Gratiszeitung "Heute" sieht die Sozialdemokraten bei derzeit nur 35 Prozent.


Zum Vergleich: Bei der Gemeinderatswahl 2010, als die Sozialdemokraten die absolute Mandatsmehrheit eingebüßt hatten, kam die Bürgermeister-Partei noch auf 44,3 Prozent. Würde nun in der Bundeshauptstadt gewählt, würde die SPÖ laut "unique-Research"-Umfrage (500 Befragte, Schwankungsbreite plus/minus 4,4 Prozent) um mehr als neun Prozentpunkte auf 35 Prozent abrutschen. Die FPÖ käme demnach auf 27 Prozent (2010: 25,8), die Grünen auf 15 Prozent (12,6) und die ÖVP auf zwölf Prozent (14). Die Neos würden mit acht Prozent klar den Sprung ins Stadtparlament schaffen.

"Regierende Parteien traditionell schlechter"
Meinungsforscher Peter Hajek, der die Umfrage durchgeführt hat, sprach am Donnerstag von einem "stichhaltigen Trend". Der niedrige SPÖ-Wert sei doch überraschend, allerdings lägen regierende Parteien im Zwischenwahlkampf traditionell etwas schlechter als dann beim tatsächlichen Wahlergebnis. Das Grundproblem der Roten laut Hajek: "Man macht Politik, wie man sie schon immer gemacht hat." Anders als die Grünen schaffe die SPÖ es nicht darzustellen, welches Bild der Zukunft sie vermitteln wolle. Außerdem habe die Partei den Generationenwechsel verpasst.

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sah sich heute trotz Umfrage "noch weit von der Depression entfernt": "Wenn ich mich über jede Umfrage ärgern würde, dann hätte ich viel zu tun", demonstrierte er am Rande eines Medientermins Gelassenheit.

Kommentieren wollte er den niedrigen Wert der SPÖ nicht, parteiinterne Umfragen - mit größeren Samples - würden aber anders aussehen. Jetzt gehe es vor allem darum, die Leistungen der SPÖ für die Hauptstadt besser zu kommunizieren und "deutlicher zu machen".

Behilflich sein soll dabei die Hausbesuchsaktion, die am Donnerstag Abend offiziell startete. Ab sofort werden rund 800 Sozialdemokraten - vom Stadtrat bis zum Bezirksfunktionär - an zig Türen klopfen, um in Gesprächen "aus erster Hand die Anliegen und Sorgen der Menschen" zu hören sowie "mitunter gewinnbringende Ideen" zu sammeln, so Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler.

Mit dem Näherrücken der Wien-Wahl, die planmäßig im Herbst 2015 stattfindet, soll die Aktion zunehmend intensiviert werden, hieß es. Bereits vor dem Nationalratswahlkampf 2013 war die Wiener SPÖ vor 130.000 Türen vorstellig geworden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-10-09 17:41:04
Letzte Änderung am 2014-10-09 18:02:51


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