• vom 26.01.2015, 12:30 Uhr

Stadtpolitik

Update: 22.06.2015, 10:52 Uhr

Ottakring

Vernachlässigte Peripherie




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Von Iga Mazak

  • Elf Jahre nach Beginn der Sanierung des Brunnenmarkts soll nun endlich auch der Rest Ottakrings aufgewertet werden.

Der Yppenplatz sei trotz Gentrifizierungsdiskurse ein Erfolgsrezept, da sind sich Parteien, Anrainer und Gebietsbetreuung einig. - © Luiza Puiu/Iga Mazak

Der Yppenplatz sei trotz Gentrifizierungsdiskurse ein Erfolgsrezept, da sind sich Parteien, Anrainer und Gebietsbetreuung einig. © Luiza Puiu/Iga Mazak

Wien. Wer an Ottakring denkt, hat zumeist den Yppenplatz im Kopf. Als soziales Phänomen wurde der Brunnenmarkt in den Medien hoch gefeiert, als Paradebeispiel für das Zusammenleben der Kulturen, als Vorzeigeprojekt für gelungene Aufwertung eines heruntergekommenen Viertels mit hohem Ausländeranteil. Im Herbst 2014 wurde der Brunnenmarkt zum schönsten Platz Wiens gewählt. Der Arbeiterstrich bei der Herbststraße scheint Geschichte. Zusammen mit dem Bezirk hat die Stadt Wien in den vergangenen elf Jahren mehr als 40 Millionen Euro in die Aufwertung der Gegend gesteckt. "Die Wartelisten für die Neubauprojekte sind lang", erzählt SPÖ-Bezirksvorsteher Franz Prokop stolz. Stolz ist ebenso der Anstieg der Immobilienpreise. Von 2012 auf 2013 stieg der Quadratmeterpreis bei Eigentum um 15,6 Prozent.

Yppenplatz Erfolgsrezept

Ottakring ist rot, die FPÖ holt langsam, aber sicher auf.

Ottakring ist rot, die FPÖ holt langsam, aber sicher auf. Ottakring ist rot, die FPÖ holt langsam, aber sicher auf.




Der Yppenplatz sei trotz Gentrifizierungsdiskurse ein Erfolgsrezept, da sind sich Parteien, Anrainer und Gebietsbetreuung einig. Den bewährten Mix aus kultureller Aufwertung durch Zusammenarbeit mit Kulturvereinen, Sanierungen von Altbauten und Schulen, will Bezirksvorsteher Prokop auch in Zukunft beibehalten. Bereits 2015 soll die 100.000 Einwohnergrenze geknackt werden. Für den sehr dicht verbauten Bezirk eine Herausforderung bei der Schaffung von neuem Wohnraum. Immer mehr junges, gut betuchtes Publikum drängt in die Gegend entlang des Gürtels.

Der Rest des Bezirks ist kaum attraktiv. Wenige Straßenzüge abseits des belebten Brunnenviertels in Richtung Wilhelminenberg wirkt der Bezirk ausgestorben. Im Nord-Westen scheinen mit der neu sanierten Ottakringer Straße auch die letzten Ausläufer des Vorbild-Projekts Yppenplatz ihr Ende gefunden zu haben - in der Neulerchenfelder Straße reihen sich leere Geschäftslokale aneinander.

Leere Geschäftslokale
Sie verweisen auf ein jahrelanges Aufmerksamkeitsdefizit bei den Investitionen des Bezirks. "Ich hör’ immer nur Brunnenmarkt, wenn jemand von Ottakring spricht. Dass weiter draußen auch noch Menschen wohnen, hat man anscheinend vergessen", wettert eine Passantin. Doch nicht überall lässt sich Aufwertung so leicht umsetzen wie am hippen Bobo-Hotspot des Bezirks.

"Der Leerstand in der Neulerchenfelder Straße ist ein großes Problem", erklärt Florian Brand von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung für den 16. Bezirk. Rund 13.000 Menschen leben im Einzugsbereich der Straße. Der Leerstand der Geschäftslokale beträgt bis zu 40,8 Prozent. "Die Mieten für die dortigen Lokale sind aufgrund der Lage zum Yppenplatz hoch, für künstlerische Zwischennutzung wenig leistbar und für Geschäfte aufgrund der fehlenden Laufkundschaft wirtschaftlich uninteressant", erklärt Brand. "Wir haben bei der Vermittlung des Leerstands daher vor allem bei Institutionen mobilisiert". Aus einem ehemaligen Wettbüro wurde 2013 ein Kindergarten - ein leer stehendes Massage-Studio zu einem Computer Club für Jugendliche.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-01-26 12:20:10
Letzte nderung am 2015-06-22 10:52:15



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