• vom 08.03.2015, 08:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 09.03.2015, 10:37 Uhr

Internationaler Frauentag

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Von Fiona Sara Schmidt

  • Seit mehr als dreißig Jahren berichtet das feministische Magazin "an.schläge" von Wien aus kritisch über Politik, Gesellschaft und Kultur.

- © an.schläge

© an.schläge

Wien. Eigentlich wollte ich ein Praktikum bei einer Tageszeitung machen, als ich vor knapp sechs Jahren für ein Semester aus dem deutschen Gießen nach Wien kam. Doch ein Freund empfahl mir, es doch einmal bei einem feministischen Magazin zu versuchen, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Zwar hatte ich Seminare zu feministischer Theorie und österreichischen Schriftstellerinnen belegt, doch nun ging es um die Praxis: Mitarbeit bei einer Zeitschrift, in der Frauen über Frauen schreiben, und die es schon länger gibt als mich.

Ingrid Draxl und Andrea Krakora hatten 1982 in Café Museum die Idee, eine feministische Frauenzeitschrift zu gründen, ein Jahr später erschien die erste Ausgabe der "an.schläge" mit einer Förderung des Sozialministeriums von 20.000 Schilling und einem Redaktionskollektiv, das in der Wiener Frauen- und Lesbenbewegung tief verwurzelt war. Das Gefühl einer vereinten Frauenbewegung gab es auch damals nur bei größeren Veranstaltungen, sonst waren die Schwerpunkte und Interessen unterschiedlich. Ingrid Draxl schilderte ihren Wunsch nach Öffnung als Motivation in einem Gespräch einmal so: "Raus aus diesem abgeschlossenen Zirkel zu den ‚normalen‘ Frauen. Ich habe damals die ganz naive Vorstellung gehabt, wir möchten alle Frauen ansprechen. Einerseits als Abgrenzung zu diesen Publikumszeitschriften. Aber auch als Abgrenzung zur rein intellektuellen Zeitschrift, die nur im Unibereich gelesen wird."


Enttabuisierung von Themen
Während aktuell die großen Medienhäuser um neue Finanzierungsmodelle ringen, trägt feministischer Journalismus das krisenhafte Moment bereits in sich. Auch wenn unsere Abozahlen steigen, an üppige Einnahmen aus Anzeigeverkäufen ist nicht zu denken, die knappen personellen und zeitlichen Ressourcen bedeuten stets Arbeiten am Limit. Selbstausbeutung und eine hohe Fluktuation begleiten das Projekt bis heute. Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz: Die "an.schläge" erscheinen als einziges feministisches Printmagazin im deutschsprachigen Raum heute acht Mal pro Jahr. Feministische Medien - Print und mittlerweile auch Blogs - sind zentrale Orte der Auseinandersetzung für die Frauenbewegung geblieben. Sie waren es, die zur Enttabuisierung von Themen wie Gewalt in der Familie beigetragen haben und Themen wie Alltagssexismus in die etablierten Blätter brachten.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-03-06 18:08:07
Letzte ─nderung am 2015-03-09 10:37:50



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