• vom 28.04.2015, 18:09 Uhr

Stadtpolitik

Update: 01.06.2015, 15:00 Uhr

Wiener Grüne

An die Wand geklebt




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • Riesenplakat soll Vassilakous Beharrlichkeit demonstrieren - nicht alle verstehen die Kampagne.

Seit Dienstag an der Linken Wienzeile zu sehen.

Seit Dienstag an der Linken Wienzeile zu sehen.© apa/Techt Seit Dienstag an der Linken Wienzeile zu sehen.© apa/Techt

Wien. Rund 11 mal 20 Meter groß schaut die grüne Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou seit Dienstag von einem Riesenbild in der Nähe des Naschmarktes herunter. Gefesselt. Arme und Beine mit Gafferband an die Wand geklebt.

Rund um sie herum steht geschrieben: "Ich soll den Häupl Michi nicht immer so ärgern." "Ich soll die Pappn halten, wenn der Michi spricht." Und: "Ich soll dem Häupl Michi nicht immer die Mahü unter die Nase reiben."


Was will sie damit sagen? Laut den Wiener Grünen soll das überlebensgroße Plakat auf dem Haus an der Linken Wienzeile 34 auf die Beharrlichkeit Vassilakous verweisen. Schließlich habe sie viele Dinge auch gegen den Widerstand des Koalitionspartners umgesetzt, hieß es vonseiten der Grünen am Dienstag.

"Mutig von ihr, sich so mit Häupl anzulegen", meinen die einen. "Schön blöd, dass sie so offensichtlich zeigt, dass ihr gegenüber der SPÖ die Hände gebunden sind", meinen die anderen.

Oder: "Ist doch ganz klar. Das bedeutet, gebt mir im Herbst mit eurer Stimme die Kraft, um mich von den Fesseln des Koalitionspartners zu befreien", sagen die einen. Und andere wiederum erinnert das Ganze an das Wahlplakat der ÖVP im Jahr 2010, das Häupl mit Sturmfrisur und dem Slogan "Frischer Wind für Wien" zeigte. "Die ÖVP macht noch zusätzlich Werbung für die SPÖ", hieß es damals.

Beim Koalitionspartner stößt das Plakat jedenfalls nicht auf viel Verärgerung - auf einen Hauch von Polemik will man allerdings dann doch nicht verzichten: "Wenn wir uns über so etwas ärgern würden, dann würden wir wir uns Grüne nennen", meinte etwa SPÖ-Klubchef Rudi Schicker zur "Wiener Zeitung." Die Grünen seien offensichtlich noch immer wehleidig. Nachsatz: "Wenn man sich selber so plakatiert, dann zeigt man doch, dass man eigentlich ein bisschen ratlos ist."

"Überspitzen die unangepasste Rolle von Vassilakou"
Angela Stoytchev, Landesgeschäftsführerin und Wahlkampfleiterin der Grünen, sieht das naturgemäß anders: "Eine klare Vision und eigene Meinung zu haben, ist politisch unbequem. Mit diesem Plakat überspitzen wir bewusst die unangepasste Rolle von Maria Vassilakou in der rot-grünen Stadtregierung. Es ist das erste Plakate einer Serie, mit dem wir die Haltung der Grünen pointieren wollen", erklärte sie am Dienstag in einer Aussendung.




Schlagwörter

Wiener Grüne, Wien-Wahl 2015

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2015-04-28 18:14:05
Letzte Änderung am 2015-06-01 15:00:49



Rohstoffe

Das Gold der Städte

Elektroschrott landet in vielen Ländern immer noch auf Mülldeponien. - © apa/dpa/Julian Stratenschulte Wien. In unseren Schubladen liegt Gold. Aus den mehr als zehn Millionen Handys, die schätzungsweise in Österreich ungebraucht herumliegen... weiter




Kulturticket-App

Goethes Gretchen - eine App

Die beiden Gründer Wolfgang Graf (r.) und Gerald Stockinger. - © Stanislav Jenis Wien. Die Unternehmensgründung von "Ticket Gretchen" erfolgte im klassischen Start-up-Sinn. Aus einem persönlichen Bedürfnis entstand eine Idee... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Modal Split ist bezirksabhängig"
  2. Rechnungshof kritisiert zu teure Poller
  3. Villa Aurora wird renoviert
  4. Vassilakou erneuert Forderung nach City-Maut
  5. Brauner verlässt Parteivorstand
Meistkommentiert
  1. Mehr Sicherheit vor Schulen
  2. "Milli Görüs ist extrem anti-integrativ"
  3. Die Letzten werden die Ersten sein
  4. Neos fordern 13,8 Millionen Euro für sicherere Schulwege
  5. Brauner verlässt Parteivorstand

Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Stadtplanung

Höchstens 58 Meter

Am Areal beim Franz-Josefs-Bahnhof ist eine Überplattung mit terrassenförmigen Gebäuden geplant. - © apa/Zoomvp.at/Zoom visual Project GmvH Wien. 126 Meter hoch hätte gebaut werden dürfen - letztendlich hat man sich auf 58 Meter als höchsten Punkt beschränkt: In Wien wurde am Donnerstag... weiter




Bauen

"Wir bauen den größten Sondermüll der Baugeschichte"

Workers spreading mortar over styrofoam insulation and mesh with trowel - © fotolia/Dagmara_K Wien. Wenn Dietmar Steiner (67) auf einer europäischen Landkarte überall dort ein Fähnchen stecken würde, wo ein Bau steht... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter






Werbung